Joachim Herrmann und Winfried Kretschmann betonen Bedeutung von Gebet
Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann und der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann und hoben aktuell an unterschiedlichen Stellen und in unterschiedlichen Kontexten die Bedeutung des Gebets hervor.
Seit 2011 ist Winfried Kretschmann Ministerpräsident von Baden-Württemberg und erster grüner Regierungschef Deutschlands. Bei der kommenden Landtagswahl im Frühjahr 2026 tritt er nach drei Amtszeiten nicht mehr an und wird mit 78 Jahren in den Ruhestand gehen, wobei er als dienstältester Regierungschef des Landes Geschichte schreibt.
In seinem „Abschiedsgespräch“ mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ kam Winfried Kretschmann auch auf die Bedeutung des Gebets in seinem Leben zu sprechen. Dabei hob er die Kraft des gemeinsamen Betens hervor, indem er erklärte:
„Ich bete immer in Gemeinschaft, wie beim Chor.“
Das Vaterunser-Gebet, das Jesus einst zu beten gelehrt hat und das in jeder Heiligen Messe in Gemeinschaft gebetet wird, sieht der Grünen-Politiker als „das eigentliche Glaubensbekenntnis der Christen“.
Im Laufe seines Lebens habe er erkannt, dass beim Beten nicht das Bitten im Zentrum stehen sollte, teilte der 77-Jährige weiter mit. Zu dieser Erkenntnis kam er einst bei einem Aufenthalt im Kloster, was Winfried Kretschmann im Zeit-Interview wie folgt schilderte:
„Ich war oft in Maria Laach bei mehrtägigen Exerzitien. Da hatten wir mal eine Äbtissin, die hat uns klargemacht, dass wir falsch beten: Wir wollen immer etwas von Gott, aber zuerst will Gott etwas von uns.“
Der bayerische Ministerpräsident Joachim Herrmann war indes am 4. Februar zu Gast beim ersten Rosenheimer Gebetsfrühstück. Dort kam es zu einem Gedankenaustausch über „Verantwortung vor Gott und den Menschen“.
Wie die evangelische Nachrichtenagentur IDEA berichtet, hob der 69-Jährige in seiner Ansprache beim Rosenheimer Gebetsfrühstück die Bedeutung eines Handeln aus Verantwortung vor Gott hervor. So hätten die Väter des Grundgesetzes ganz bewusst die Verantwortung vor Gott in die Präambel aufgenommen. Heute sei es wichtig, die christlichen Grundlagen der Verfassung aufzuzeigen und diese praktisch mit Leben zu füllen – beispielsweise, indem man sich ehrenamtlich engagiere. Dies sei eine „sprechende Art“, den Glauben zu leben.
Weiter verwies der bayerische Staatsminister darauf, dass auch die bayerische Landesverfassung auf Gott Bezug nimmt [Anmerkung: In der Präambel wird auf das Trümmerfeld verwiesen, „zu dem eine Staats- und Gesellschaftsordnung ohne Gott, ohne Gewissen und ohne Achtung vor der Würde des Menschen die Überlebenden des zweiten Weltkrieges geführt hat“]. Die Bayerische Verfassung sehe daher beispielsweise die Erziehung zur Ehrfurcht vor Gott als einen zentralen Auftrag der Gesellschaft an, so Hermann.
Zudem betonte der CSU-Politiker die Bedeutung eines religionsfreundlichen Klimas und gelebter Toleranz in Bayern. Wie die Pressestelle des Bayerischen Staatsministeriums des Inneren, für Sport und Integration berichtet, erklärte Joachim Hermann bei der Eröffnung des ersten Rosenheimer Gebetsfrühstücks, dass der interreligiöse Dialog ein zentrales Anliegen sei, das nicht verordnet werden könne, sondern breite gesellschaftliche Unterstützung brauche. Gerade vor dem Hintergrund aktueller politischer Entwicklungen gelte es, den Dialog zwischen den Religionen weiter zu intensivieren.
Quellen: zeit.de, augsburger-allgemeine.de, idea.de, ovb-heimatzeitungen.de, stmi.bayern.de
Hinweis:
Im Interview mit PromisGlauben hob kürzlich der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Markus Blume, mit Blick auf die Präambel der Bayerischen Verfassung das Bildungsziel „Ehrfurcht vor Gott“ hervor. Ausführlich erklärte er dessen Bedeutung für eine intakte Gesellschaft.



