Die im Vietnamkrieg als Neunjährige schwer verletzte und verbrannte Kim Phuc Phan Thi, die als „Napalm-Mädchen“ bekannt wurde, erhielt gestern in der Dresdener Semperoper den Dresdner Friedenspreis verliehen. Ihr Foto, das 1972 vom Associated-Press-Fotografen Nick Ut aufgenommen wurde, ging damals um die Welt und führte in den USA zu einem Sinneswandel in Bezug auf den Vietnamkrieg.

Die 55-jährige, die bis heute unter den Folgen des Napalm-Angriffes im Vietnamkrieg leidet, setzt sich seit Jahrzehnten für Frieden und Versöhnung ein. Sie ist heute bekennende Christin. In ihrem Buch mit dem Titel „Ins Herz gebrannt“, das im Juni 2018 bei Gerth Medien erschien, schildert sie, wie sie trotz der erlittenen Verbrennungen und seelischen Qualen inneren Frieden und Heilung erfuhr.

Sie ist heute davon überzeugt, dass es ohne Vergebung und Versöhnung keinen Frieden geben kann. Die Jury des 10. Dresdner Friedenspreises begründete ihre Entscheidung u. a. wie folgt: „Kim erhält den Preis nicht, weil sie Opfer war, sondern weil sie sich als Opfer dem Hass verweigert.“

Gegenüber der Bild-Zeitung sagte sie im Zuge der Preisverleihung:

„Ich selbst hatte so viel Hass im Herzen. Erst als ich den Menschen, die mir dies damals antaten, verzeihen lernte, erlebte ich wieder Frieden und Freude.“

Kim Phuc Phan Thi, die als Kind und Jugendliche jahrelang von der vietnamesischen und auch von der DDR-Propaganda missbraucht wurde und später in Kuba Medizin studierte, konvertierte 1982 zum Christentum, was zum Perspektivwechsel in ihrem Leben beitrug.

Dazu sagte Kim Phuc einmal, wie Miriam Hinrichs im Magazin Livenet berichtete:

„Mein Leben war bisher wie eine Tasse Kaffee gewesen. Schwarzer Kaffee. Voller Hass, Wut, Bitterkeit und Sorgen. Doch Gott zeigte mir, wie ich die Finsternis aus meinem Leben vertreiben konnte: Indem ich diese Tasse Kaffee jeden Tag vor ihm ausschütten durfte, bis sie ganz leer war. Und stattdessen füllte Gott mich mit seiner Liebe und schenkte mir Frieden, Weisheit, Geduld und Leidenschaft für andere. Jesus hat meinen Hass in Frieden verwandelt! Ich konnte plötzlich darauf vertrauen, dass Gott mein Leben führt und es gut macht.“

In ihrem Buch „Ins Herz gebrannt“ beschreibt sie, wie sie die Schrecken des Krieges hinter sich ließ und bei Jesus Hoffnung fand. In einer Rezension zum Buch schreibt Johannes Blöcher-Weil im christlichen Medienmagazin Pro, dass in Kim Phuc’s Familie die Caodai-Religion, die sich als Vollendung aller göttlichen Offenbarung sieht, eine wichtige Rolle spielte. Doch habe Kim Phuc nicht genau gewusst, zu wem sie in ihrer Religion betet, weshalb sie keinen Halt in ihrer Religion fand.
Als sie sich nach Begegnungen mit Christen intensiver mit der Bibel zu beschäftigen beginnt, entdeckt sie, dass jeder Einzelne mit und durch den Glauben etwas Wertvolles geschenkt bekommt, was sie fortan in ihrem Leben umsetzen möchte. Im Gebet vertraut sie Gott ihre wichtigsten Lebensthemen an und konvertiert im Weihnachtsgottesdienst 1982 zum Christentum.

Ihr Anliegen ist es heute, „möglichst viele Samen auszustreuen“. Dabei ist sie sich sicher, dass für das Gedeihen Gott selbst sorgt.

Mit ihrem Buch möchte sie auch Menschen ermutigen, Jesus ähnlicher zu werden, die Welt mit Liebe zu gestalten und Versöhnung zu ermöglichen.

Kim Phuc – eine beeindruckende Frau, die heute mit ihrem Mann und zwei Söhnen in Toronto lebt.

Quellen: bild.de, spiegel.de, livenet.ch, pro-medienmagazin.de