Der Theologe und ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, sprach aktuell beim Neujahrsempfang im Kinder- und Jugendhospiz Löwenherz über den Tod seiner Tochter Meike, die im Alter von 22 Jahren an den Folgen einer Leukämie-Erkrankung starb.

Er spürte dabei dem Umgang mit dem Unfassbaren nach und sagte:

„Ich habe selten so intensiv gelebt, geliebt, gehofft und geglaubt wie in den zwei Jahren von Meikes Krankheit und Sterben.“

In dieser Phase erkannte er deutlich:

„Der Weg der Trauer gehört ins Leben.“

Denn Krankheit, Sterben und Todeserfahrung gehören zum Leben:

„Das ist ein intensiver Teil des Lebens.“

Den Verlust eines Kindes beschreibt Schneider als „klaffende Wunde, die sich nicht schließen lässt“ – untrennbar verbunden mit der Frage: „Wie kann ein liebender, allmächtiger Gott Leiden und einen zu frühen Tod zulassen?“ Die Antwort des Theologen: „Gott ist nun einmal kein Mensch“. Will heißen: Er kann nicht an menschlichen Kriterien gemessen werden.

Der Tod, so Schneider, sei ein großer Wandler – und das Sterben seiner Tochter habe seinen Glauben nicht zerstört. Seine Beziehung zu Gott und zu Menschen habe sich aber verdichtet, den Blick für das Wesentliche geschärft.

„Der Tod löscht die Liebe und Verbundenheit zu den Verstorbenen nicht aus.“

Glaube, Liebe und Hoffnung: Sie seien stärker als der Tod – und:

„Unsere Toten sind nicht tot. Sie sind verwandelt!“

Ein Symbol dafür sei der Grabstein seiner Tochter mit einem himmelblauen Glaselement, das Lichtreflexe zum Leuchten bringe – ein Sinnbild für Lebendigkeit.

Quelle: kreiszeitung.de