Nina Hagen: „Mein Glaube an Jesus Christus hat eine große Kontinuität“
Kürzlich veröffentlichte die Sängerin und Songschreiberin Nina Hagen ein Gospelalbum mit dem Titel „Highway To Heaven“ (wir berichteten). In Interviews zu diesem Album mit der Augsburger Allgemeinen, mit dem Focus und mit der taz sprach die 71-Jährige aktuell über ihren Glauben an Gott und ihren Umgang mit dem Tod.
Gegenüber der Augsburger Allgemeinen berichtet Nina Hagen von ihrer christlichen Prägung. Bereits im Alter von 11 Jahren habe sie im Theater „Berliner Ensemble“ gesessen und sich Singspiele von Bertolt Brecht angesehen. Bei Brecht seien biblische Weisheiten und biblische Ratschläge „immer total zum Tragen“ gekommen. Dieser habe 1928 nach dem Erfolg der Dreigroschenoper sogar auf die Frage, welches Buch ihm in seinem Leben den größten Eindruck gemacht habe, die Bibel genannt. Das beeindruckte Nina Hagen, so dass sie sich in der Folge auch mit der Bibel auseinandersetze. Von ihren „zahlreichen Besuche im Berliner Ensemble“ inspiriert, habe sie in ihrer Jugend bis zu ihrer Ausreise im Jahr 1976 aus der DDR bei sich zuhause eine Bibel gehabt, in der sie immer wieder gelesen habe, schildert die 71-Jährige und betont:
„Mein Glaube an Jesus Christus hat eine große Kontinuität seit meiner Kindheit in den Fünfzigern und Jugend in den Siebzigern.“
Auch in ihrem künstlerischen Wirken habe ihre christliche Prägung seit jeher „ganz besonders“ eine Rolle gespielt. Schon zu Zeiten der Nina Hagen Band habe sie Ende der 1970er Jahre in einem Song Jesus um Hilfe gerufen. Darauf zurückblickend begründet die Musikerin:
„Jesus hat den Tod als Endstation für uns Sterbliche für immer besiegt und den Weg frei gemacht in unsere himmlische, ewige Heimat!“
Ihre Gabe sieht Nina Hagen derweil als gottgegeben. Auf die Frage, ob sie je Zweifel gehabt habe, ihren Weg als Künstlerin zu gehen, zeigt sich Nina Hagen – deren Mutter Eva-Maria Hagen auch Künstlerin war – gewiss, „dass der liebe Gott mich auch für diese Art von Berufung vorgesehen hatte“.
Weiter bringt Nina Hagen gegenüber der Augsburger Allgemeinen zum Ausdruck, dass ihr Glaube an Gott mit einem Ja zum Leben korreliert. Als sie auf das Duett mit der 91-jährigen Sängerin Nana Mouskouri auf ihrem neuen Album „Highway To Heaven“ angesprochen wird verbunden mit dem Hinweis auf ihren eigenen 70. Geburtstag im vergangenen Jahr, erklärt Nina Hagen, dass man als Mensch unabhängig vom Alter „doch einfach mit der Daseinsfreude beschäftigt“ sei. Dabei verweist sie auf ihre Hoffnung über den Tod hinaus mit folgenden Worten:
„Wir sind bedingungslos geliebte Kinder Gottes, die nach ihrem letzten Atemzug abgeholt werden und rüberfahren in ihre ewige Heimat.“
Dort bekämen wir „einen himmlischen Körper“, fügt die Sängerin an und zieht dazu erklärend den Vergleich zum Film „Avatar“.
Durch ihren Glauben habe sie auch keine Angst vor dem Tod und freue sich vielmehr schon ihr ganzes Leben lang „auf mein ewiges Leben bei Gott“, beschreibt Hagen ihre Sichtweise auf den Tod und betont weiter:
„Ich weiß doch, wem ich in der ewigen Heimat begegnen werde. Ich habe mich schon vor langer Zeit zu Jesus Christus bekannt.“
Dass sie sich weiterhin ihres Lebens hier auf Erden erfreut und tiefen Sinn darin durch ihren Glauben an Gott erfährt, brachte Nina Hagen kürzlich im Interview mit dem Magazin Focus zum Ausdruck. Darin erklärt sie:
„Gott ist noch nicht fertig mit mir.“
Im Interview mit der taz kam Nina Hagen auf die Jenseitsvorstellung im Buch Hesekiel im Alten Testament zu sprechen. Daran anschließend erklärt sie, dass Jesus das Ganze ein bisschen entmystifiziert und alles auf einen Nenner gebracht habe, den Nina Hagen mit folgenden Worten beschreibt:
„Nur die Liebe zählt. Leute, wer in der Liebe lebt und wer seine Mitmenschen liebt wie sich selbst und wer den Schöpfer ehrt und respektiert und liebt, auch die gesamte Schöpfung und alle Lebewesen, vor allem auch die Menschen: das ist die Lösung.“
Darum gehe es im Evangelium und nicht um „irgendwelche verkopften, komplizierten Anweisungen, wie man mit toten Knochen umgeht“, fügt die Künstlerin an. Ihre Vorstellung vom Jenseits beschreibt Nina Hagen als Zustand der Erlösung voller Kreativität, Dankbarkeit, Gemeinschaft und Geselligkeit. Dazu betont sie:
„Gott lässt sich ja nicht lumpen, sondern will uns das Leben in all seiner Fülle schenken.“
Ihre Verbindung zu Gott pflegt Nina Hagen im Gebet. Gegenüber der taz schildert sie, dass sie in Zeiten tiefer Not mitunter die ganze Nacht gebetet habe und sich daraufhin neue Perspektiven eröffnet haben. Ihre Verbindung zu Jesus habe sie gerettet und gute Orientierung im Leben gegeben, schildert Nina Hagen weiter und betont:
„Jesus ist mein Bruder. Ich bin Botschafterin von Jesus Christus. Und zwar von ganzem Herzen, und von ganzer Seele.“
Quellen: augsburger-allgemeine.de, taz.de, instagram.com


