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Physikerin Barbara Drossel: „Mutationen sind keineswegs so willkürlich und ziellos, wie man glaubte“

Im kürzlich erschienen Buch „Schöpfung und Evolution?“ (SCM-Verlag) diskutieren drei gläubige Naturwissenschaftler über die Vereinbarkeit von Evolutionstheorie und christlichem Glauben. Dabei gehen sie Fragen nach wie „Wie lange dauerten die Schöpfungstage wirklich? Was sagt die Naturwissenschaft zum Alter der Erde? Wie wörtlich darf, soll, muss ein Christ den biblischen Text zur Entstehung der Welt nehmen?“. Dabei zeigen sie sich gewiss, dass neben Materie/Energie mit dem „Geist“ eine weitere Grundgröße der Wirklichkeit existiert.

In diesem „Debatten-Buch“, das vom Biophysiker Alexander Fink herausgegeben wurde, diskutierte die Physikerin Barbara Drossel, die an der TU Darmstadt Professorin für Theoretische Physik ist, mit dem Biologen und Mathematiker Reinhard Junker und dem Biologen Prof. Siegfried Scherer, der bis 2021 an der TU München mikrobiologischen Lehrstuhl leitete, über Evolutionstheorie und Schöpfungsglaube.

Wie das christliche Medienmagazin Pro in einer Rezension zum Buch berichtet, ist Barbara Drossel davon überzeugt, dass Evolutionsprozesse Teil von Gottes Schöpfung sind. Bereits vor Jahren schilderte die gläubige Christin gegenüber Pro, dass sie durch ihre „kirchlich-christliche Sozialisation“ stark mit Evolutionszweifeln „geimpft“ gewesen sei. Nachdem sie sich dann aber mit Evolution beschäftigte, war sie schon „nach kurzer Zeit“ von deren Richtigkeit überzeugt. Diese Erkenntnis war alles andere als ihrem Glauben hinderlich. So schildert Barbra Drossel im Buch „Evolution und Schöpfung?“, dass Gott durch Evolution gewissermaßen „beständig schaffend tätig“ sei, wofür sie mehrere Argumente anführt. Dabei verweist sie auch darauf, dass die Bibel keinen wissenschaftlich adäquaten Bericht liefern will. Vielmehr ist sie davon überzeugt, dass der Kern der christlichen Lehre von Sünde und Erlösung durch die tierische Abstammung des Menschen nicht berührt werde.

Den Evolutionsprozess wiederum allein durch zufällige Mutationen und natürliche Auslese zu verstehen, greift für Drossel zu kurz. Dazu betont die Physikerin:

„Mutationen sind keineswegs so willkürlich und ziellos, wie man glaubte.“

 

Bereits im Juni 2019 plädierte Barbara Drosell im Interview mit evangelisch.de dafür, in Glaube und Naturwissenschaft zwei Welten zu sehen, die Antworten auf unterschiedliche Fragen bereithalten (wir berichteten).

Zu ihrem Glauben an Gott sagte die Naturwissenschaftlerin:

„Der Glaube ist für mich die Lebensgrundlage.“

Durch die Sinn-Frage sei sie zum Glauben gekommen und darüber zur Gewissheit, „dass es da jemanden gibt, der mich trägt, der mich begleitet und der mir Hoffnung gibt“. Weiter erklärte Barbara Drossel:

„Ich vertraue auf Gott, der bei mir ist und mich leitet; mir Kraft gibt.“

Durch diese Rückbindung gehe auch vieles einfacher im Leben, fügte sie an.

Quellen: pro-medienmagazin.de, evangelisch.de

Hinweis: Das Buch „Schöpfung und Evolution?“ ist in drei Teilen aufgebaut. Im ersten Teil stellen die Naturwissenschaftler Barbara Drossel, Reinhard Junker und Siegfried Scherer ihre Sicht der Dinge dar. Im zweiten nehmen sie jeweils Stellung zu den anderen Positionen. Und in Teil 3 gibt es für jeden noch einmal die Chance zur Replik auf die Einwände ihrer Kollegen.

Eine ausführliche Rezension zum Buch gibt es unter:

pro-medienmagazin.de