Foto: Manfred Werner (Tsui), Campino - Amadeus Awards 2013, cropped, CC BY-SA 3.0

Campino rät so zu leben, dass die Chance auf den Himmel besteht

Am 29. Mai erschien das neue und zugleich letzte Album der Punkrock-Band „Die Toten Hosen“ mit dem Titel „Trink aus, wir müssen gehen!“. Toten-Hosen-Frontmann Campino ließ im Interview mit der FAZ 45 Jahre Bandgeschichte Revue passieren. Dabei äußerte er sich auch zur Frage nach einem Leben nach dem Tod.

Campino hat bereits in der Vergangenheit anklingen lassen, dass er im christlichen Glauben erzogen wurde und auch heute Glaubensfragen nicht fern steht (wir berichteten).

Im FAZ-Interview wurde Campino nun gefragt, ob er im Bewusstsein lebe, dass es nach dem Tod weitergeht. Darauf erklärt der 63-jährige Toten-Hosen-Frontmann, dass er zunächst einmal in dem Bewusstsein lebe, „dass der Glaube daran, irgendwas im Griff zu haben, reine Illusion“ sei. Er sei glücklich über jeden Tag ohne schlechte Nachrichten, fügt Campino an und äußert zur Perspektive eines Lebens nach dem Tod:

„Leb doch einfach so, dass, wenn es einen Himmel gibt, du die Chance hast, reinzukommen.“

Wenn es keinen Himmel geben sollte, hätten andere Menschen dennoch Freude daran gehabt, „wenn du ihnen gegenüber gerade geblieben bist“, resümiert der Sänger und Songwriter.

Dass diese Perspektive aufs Leben für die Entwicklung seiner Band eine Rolle spielte, lässt Campino durchblicken, wenn er darüber berichtet, wie sich die Darstellung als Band im Laufe der Jahre veränderte. So hätten sie es als Band in den Anfangsjahren „auf Spaltung angelegt“ und über die damaligen Saufsongs klargestellt: „Hier sind wir, wir sind jung, und wir werfen unser vielversprechendes Leben weg“. Dagegen würden sie sich heute „als komplett verbindende Band“ sehen, zur deren Konzerte drei Generationen Menschen kommen und Freude haben. Zu diesem Perspektivwechsel betont Campino:

„Ich fühle mich damit sehr wohl.“

 

Quelle: faz.net

Hinweis: Eine Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod klingt in den Liedern durch, die Campino einst für seine verstorbenen Eltern geschrieben hat.

Zum Tod seines Vaters schrieb er den Song „Draußen vor der Tür“, in dessen Video christliche Bilder (Brotbrechen beim Abendmahl, offene Tür) sichtbar werden. Das Lied, in dem er auch seinen Perspektivwechsel besingt, mündet in die Textzeile:

„Ich habe kapiert, dass ich dich niemals verlier‘. Doch obwohl du mir bleibst, fehlst du mir sehr.“

siehe HIER

 

Im Lied „Nur zu Besuch“ besingt Campino den Besuch des Grabes seiner Mutter. Dieser Song mündet in folgende Zeilen:

„Und so red ich mit dir wie immer. Und ich verspreche dir: Wir haben irgendwann wieder jede Menge Zeit. Dann werden wir uns wiedersehen.“

siehe HIER