Heute wäre der in Köln geborene Schriftsteller Heinrich Böll 100 Jahre alt geworden. Dies nahm Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum Anlass, den „tiefgläubigen Katholiken“ und Literaturnobelpreisträger zu würdigen.

Böll habe wesentlich dazu beigetragen, „dass man im Ausland wieder angefangen hat, Deutschland zu vertrauen, und im Inland darauf langsam wieder stolz werden konnte“, erklärte Steinmeier am Sonntagabend im Berliner Schloss Bellevue. Und weiter:

„Er mischt sich auch ein, wenn er als tiefgläubiger Katholik erleben muss, wie seine Kirche für parteipolitische Zwecke missbraucht wird, oder wenn seine Kirche dabei ist, ihren Ursprung zu verraten.“

Quelle: domradio.de und pro-medienmagazin.de

 

Heinrich Böll hat einmal gesagt, für ihn sei die innere Unruhe des Menschen ein Gottesbeweis. Er begründete dies mit der »Tatsache, dass wir alle eigentlich wissen – auch wenn wir es nicht zugeben, dass wir auf Erden nicht zu Hause sind, nicht ganz zu Hause sind, dass wir also woanders hingehören und von woanders herkommen«. Böll nennt dies eine Sehnsucht, und er glaubt, dass es sich vielleicht um eine uralte Erinnerung handelt an etwas, das außerhalb unserer selbst existiert.

Auch gab er einmal zu verstehen:

„Ich empfehle es der Nachdenklichkeit und Vorstellungskraft der Zeitgenossen, sich eine Welt vorzustellen, auf der es Christus nicht gegeben hätte. Ich glaube, dass eine Welt ohne Christus selbst die Atheisten zu Adventisten machen würde.“

Quelle: H. Böll, Eine Welt ohne Christus, in: K. Deschner (Hrsg.) Was halten Sie vom Christentum?