Als Nelson Mandela am 5.12.2013 starb, trug die Welt Trauer. Er war ein herausragender Vertreter im Freiheitskampf gegen Unterdrückung und soziale Ungerechtigkeit. Mandela war der wichtigste Wegbereiter des versöhnlichen Übergangs von der Apartheid zu einem gleichheitsorientierten, demokratischen Staatswesen in Südafrika. 1993 erhielt er deshalb den Friedensnobelpreis. Bereits zu Lebzeiten wurde er für viele Menschen weltweit zum politischen und moralischen Vorbild.

Heute wäre Nelson Mandela 100 Jahre alt geworden. Er war gläubiger evangelischer Methodist. Der christliche Glaube war Fundament seiner Werteeinstellung. Mit seinem Christsein ging Mandela allerdings aus politischen Abwägungen nicht hausieren. Dazu sagte der frühere Sprecher der Regierungspartei Afrikanischer Nationalkongress, Dennis Cruywagen, in einem Interview mit domradio.de im Januar 2017 auf die Frage, was er davon hält, wenn Politiker religiöse Themen nutzen, um Wähler zu gewinnen:

„Ich persönlich ziehe das Mandela-Modell vor, bei dem die Leute am Ende sagen: Ich hätte wissen müssen, er war ein Christ!“

Auf die Frage, wie der Glaube das Leben von Nelson Mandela beeinflusst habe,  sagte Cruywagen u. a.:

„Auf ungemeine Weise. (…) Der Besuch einer Methodistenschule veränderte Mandelas Leben grundlegend – und darüber hinaus ganz Südafrika.“

Auf politischer Ebene sprach Mandela aus gegebenen Gründen nur wenig über seinen Glauben. Deshalb ist bis heute auch weniger bekannt, dass Mandela auch auf der politischen Bühne über Gott gesprochen hat. In seiner Antrittsrede zum Präsidentenamt beispielsweise. Dort betonte er u. a.:

„Wir sind alle dazu bestimmt, zu leuchten, wie es die Kinder tun. Wir sind geboren worden, um den Glanz Gottes, der in uns ist, zu zeigen.“

Weiter ermutigte jeden einzelnen Menschen mit folgenden Worten:

„Wir fragen uns, wer bin ich, dass ich mich als brillant, großartig, talentiert, phantastisch bezeichne? Aber wer bist du, dich nicht so zu bezeichnen? Du bist ein Kind Gottes.“

Während Nelson Mandelas Amtszeit wurde 1996 auch die Nationalhymne Südafrikas eingeführt, die an vielen Stellen Bezug zu Gott nimmt („Herr, segne Afrika“, „Herr, beschütze dein Volk, Beende du Kriege und Zwistigkeiten“).

Anlässlich des 100. Geburtstags würdigte der Theologe und frühere EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber den Anti-Apartheid-Kämpfers und Friedensnobelpreisträgers Nelson Mandela. Mandela stehe für die „Einheit von Biografie und Grundüberzeugung“, betonte Huber.

Der Spiegel betitelte Mandela aktuell als Gottes Geschenk für Südafrika“.

Quellen: domradio.de, jesus.ch, evangelisch.de, pro-medienmagazin.de und spiegel.de

 

Der Münchner Liedermacher Werner Schmidbauer würdigte Nelson Mandela mit einem wunderschönen Song