Ilse Aigner: „Ich bin wirklich der festen Überzeugung, dass es eine übergeordnete Institution gibt“
„So wahr mir Gott helfe“. Mit diesem optionalen Satz in der Eidesformel weisen Politiker auf die Begrenztheit und Fehlbarkeit menschlichen Handelns hin. In Bayern ist die Vermittlung der „Ehrfurcht vor Gott“ oberstes Bildungsziel (Art. 131 BV). Dies betonte zuletzt der Allgemeinpädagoge Prof. Dr. Klaus Zierer in seinem Werk „Ehrfurcht vor Gott – über das wichtigste Bildungsziel einer modernen Gesellschaft“ (siehe HIER). Die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner gab aktuell im Interview mit der BILD zu erkennen, dass das Empfinden einer Verantwortung vor Gott für sie von großer Bedeutung ist.
Zum tiefgehenden Gespräch mit Ilse Aigner schreibt die stellvertretende Chefredakteurin von Bild, Tanja May, im Einleitungstext: ‚„Gott sei Dank endlich keine Schmerzen mehr.“ Dieser Satz ist der Schlüssel zu ihrem Leben.‘
Aigner schilderte im BILD-Interview, wie sie im Umgang mit zwei Tumorerkrankungen gelernt habe, was im Leben wirklich zählt. Als Kraftquellen beschreibt die 61-Jährige, die als Jüngste von vier Schwestern in einem Dorf in Oberbayern, den familiären Verbund mit ihren Schwestern und ihren Glauben an Gott.
Als sie im Alter von 16 Jahren an einem gutartigen Wirbelsäulen Tumor erkrankt war und bei der damals anstehenden Operation eine Querschnittslähmung drohte, sei ihr beim Aufwachen nach der OP folgender Gedanke als Erstes in den Sinn gekommen:
„Gott sei Dank, endlich keine Schmerzen mehr.“
Zur Bedeutung der hinter dieser Aussage liegenden Dimension sagt Aigner gegenüber BILD:
„Ich bin wirklich der festen Überzeugung, dass es eine übergeordnete Institution gibt. Gott, Schicksal – wie man es nennen will.“
Bereist in der Vergangenheit sprach Ilse Aigner über die Bedeutung ihres Glaubens (wir berichteten). Im April 2025 betonte sie im BILD-Interview:
„Ich bin dankbar für meinen Glauben, er nimmt mir beispielsweise auch die Angst vor dem Tod.“
Und weiter:
„Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es ist, wenn man an nichts glaubt. Da muss man ja wahnsinnig viel Angst haben.“
Im Februar 2020 erklärte Ilse Aigner gegenüber dem evangelischen Sonntagsblatt zur Relevanz des christlichen Glaubens in ihrem Leben:
„Für mich ist der Glaube ein unverzichtbarer Bestandteil meines Lebens und gibt mir auch Kraft für die politische Tätigkeit.“
Mit Blick auf die Gemeinschaft der Gläubigen hob die CSU-Politikerin die Bedeutung von Frauen in der Kirche und das christliche Menschenbild im Allgemeinen hervor. Der christliche Glaube präge ihr „ganzes Leben“ und „natürlich auch die Entscheidungen in der Politik“, so Aigner.
Als sie im Oktober 2018 im Interview mit dem Münchner Merkur gefragt wurde, wann und wofür sie zuletzt gebetet habe, ließ Ilse Aigner wissen, dass sie dies zuletzt im zurückliegenden Gottesdienst getan habe und dass sie überdies regelmäßig die Verbindung zu Gott sucht. Dazu sagte sie:
„Oft führe ich im Alltag ein kurzes Zwiegespräch mit Gott – nachdenken, das eigene Handeln hinterfragen. Ich bin im Leben durch Höhen und Tiefen gegangen, in beiden habe ich viel Gottvertrauen gebraucht.“
Weiter betonte sie:
„Von uns Politikern heißt es ja, wir seien mächtig. Für mich ist schon eine Richtschnur, dass über den Mächtigen der Allmächtige steht.“
Quellen: bild.de (1), bild.de (2), sonntagsblatt.de, merkur.de, bayern.landtag.de (Pressefotos)



