Der Benediktinerpater und Bestseller Autor Anselm Grün hat vor kurzem ein Buch mit dem Titel „Staunen – Die Wunder im Alltag entdecken“ auf den Markt gebracht, das im Herder-Verlag erschienen ist.

Anselm Grün geht es in diesem Buch zur Lebenskunst darum, dass die Menschen das Staunen wieder lernen. Das heißt, dass sie die alltäglichen Dinge und Beschäftigungen, dass sie das scheinbar Selbstverständliche – wie Beziehungen zu anderen oder den Umgang mit der Zeit – auf ihre hintergründige Wahrheit, auf das Verborgene und Wunder, das darin liegt, hin befragen.

Wenn sie dazu in der Lage sind, dann wird alles in der Welt zum Bild für das Geheimnis des Lebens.

Der Zauber des Göttlichen legt sich über alles und scheint in allem auf. Das Leben und die Wirklichkeit verwandeln sich.

Er betrachtet wiederkehrende Tätigkeiten und Abläufe des Alltags, ganz einfache Dinge, aber auch die Natur oder bestimmte Orte, an denen Menschen besonders berührt werden. Die Gedanken des Benediktinermönchs aus dem Kloster Münsterschwarzach wollen eine Inspiration sein, das, was man alltäglich tut und erlebt, in einem neuen Licht zu sehen und zu tun. Dann wird der spirituelle Weg nicht eine Flucht vor der Realität des Lebens. Sondern er ist als Bild für den inneren Weg zu sehen und als Bild für das tiefe Geheimnis, das Menschen in allem, was ist, begegnen und berühren möchte.

Wie gelingt das Leben? Was ist gemeint, wenn man von wirklichem Glück spricht? Macht, Geld, Besitz, Karriere, Popularität, Konsum und möglichst wenig Langeweile?

Das Ziel aller wirklichen Lebenskunst ist es, ein sinnerfülltes und glückliches Leben zu führen. Philosophen aller Zeiten – angefangen von Platon über Epikur, Epiktet oder Augustinus bis in die heutige Philosophie – haben darüber nachgedacht, wie das geht. Die Suche nach dem besten Weg, nach Glück und Sinn, hat nie aufgehört.

Lässt die moderne Welt das Leben leichter gelingen?

Die Technik erleichtert den Alltag zwar in vielerlei Hinsicht; aber auch die Anforderungen und der Druck von außen haben zugenommen.

Heute gibt es Zugang zu schier unendlichem Wissen – aber auch zu dem, was wirklich wichtig ist?

Die Werbung lädt zu immer mehr Konsum ein.

Aber was braucht man wirklich?

Der Einzelne verfügt heute über unzählige Optionen. Das heißt aber auch: Jeden Tag steht jeder unter Entscheidungsstress, weil jede Wahl eine andere ausschließt. Man kann viel erleben. Aber was ist wirklich wesentlich? Dass das Glück in die eigene Hand gelegt scheint, setzt viele unter Druck: Und viele sind voller Unruhe, möchten immer etwas erreichen. Sie kommen nicht vom Ego zum Selbst.

Was aber ist der Weg zum Glück? Worin besteht die wahre Lebenskunst? Wie findet man innere Ruhe und Gelassenheit? Welche Übungen zur Stressbewältigung bieten sich an?

Alle wollen das Glück hier und jetzt erreichen, wollen es kaufen oder durch psychologische Methoden erzwingen. Doch je mehr man sich anstrengt, glücklich zu sein, je heftiger man versucht, alles Glück in dieses Leben hineinzupacken, desto weniger glücklich wird man.

Konsumartikel produzieren nicht automatisch Zufriedenheit, und ein noch so luxuriöses Wellness-Wochenende in einem teuren Hotel sichert nicht, was man sich erhofft. Vor lauter Glückssuche kommt man nicht zum Leben, sondern eher zum Burnout.

Die wirklichen „Lebenskünstler“, das sind nicht die, die immer an der Oberfläche surfen, nichts ganz ernst nehmen und nur ihr Vergnügen suchen.

Können Achtsamkeit und Spiritualität ein Weg zum gelingenden Leben sein? Und was heißt Spiritualität in einer Welt, die so viel anbietet und verfügbar macht, die aber auch immer verdichteter Ansprüche stellt und in der alles „etwas bringen“ soll, alles einen Nutzen haben muss?

Auf diese Fragen gibt Pater Anselm Grün in seinem Ratgeber aus der Reihe ´einfach leben´ Antworten, die aus der Tiefe seiner Erfahrung schöpfen sowie aus der christlichen Tradition.

Mit der Journalistin Hiltrud Reiter sprach Anselm Grün in diesem Zusammenhang über den Wert von Gemeinschaft und der christlichen Botschaft der Verwandlung jenseits von Selbstoptimierung.

Quelle: buecher.de

Ein Interview mit Anselm Grün zu diesem Buch gibt’s unter herder.de

 

Auch mit uns sprach Pater Anselm Grün vor kurzem über den Wert der Verwandlung:

Die Journalistin Jenifer Girke hat ein Buch auf den Markt gebracht mit dem Titel Parallelwelten – Und welche Rolle spielst du in deinem Leben?“, das im Adeo-Verlag erschienen ist. Darin beschreibt die gläubige Christin, welchen Preis wir bezahlen, wenn wir einem aus Leistungsdruck und Optimierungswahn gespeisten Erfolg hinterherlaufen und dabei eine Rolle vorspielen, in der wir verpassen, der Mensch zu werden, der wir wirklich sind.

Authentisch beschreibt Jenifer Girke, dass sie diesen Druck, der sie einst in die Magersucht trieb, selber spürte. Damals hoffte sie, dass keiner ihre Schwäche aufdeckt, und spielte weiterhin die Rolle der Schönen, Begehrten und Erfolgreichen bis zur Perfektion. Ihr Innerstes drang so nicht nach außen.

In ihrem sehr lesenswerten Buch beschreibt die 26-jährige offen ihren Weg aus der Krise und liefert einen authentischen Bericht voller Hoffnung sowie eine entlarvende Zeitansage, die vielen aus der „Generation Y“ aus der Seele spricht.

Orientierung und Kraft findet Jenifer Girke, die jeden Sonntag in den Gottesdienst geht, im christlichen Glauben. In der ERF-Sendung „Mensch Gott“ beschrieb die 26-jährige, wie sie in der Beziehung zu Gott Hilfe erfuhr.

Ihren ramponierten seelischen Zustand erklärte sie folgendermaßen:

„Ich musste immer meine Leistung messen und dabei bestmöglich abschneiden. Irgendwann hast du keine anderen Inhalte mehr als den Versuch, dieses Ideal zu erreichen. Ich hab mich wahnsinnig unglücklich, ungenügend und ungeliebt gefühlt.“

Dies änderte sich für Jenifer Girke durch die Entscheidung, die Beziehung zu Gott zu intensivieren. Dazu sagt sie:

„Um da raus zu kommen, brauchte ich Zeit und Liebe. Beides habe ich von Gott bekommen.“

Konkret beschreibt sie weiter:

„Gott hat mir gezeigt, wer ich wirklich bin – und dass es gut ist, wie ich bin. Das hat mich frei gemacht.“

Auf die Frage, wer sie denn nun sei, antwortet sie:

„Ich bin Jenifer Girke, eine geliebte Tochter Gottes, ein Unikat. Und ich liebe es, Gottes Liebe zu spüren und sie an andere weiter zu geben.“

Jenifer Girke so wie ihr Vorname mit einem „n“ – einzigartig!

Quellen: gerth.de, adeo-verlag.de, facebook.com und bild.de

 

Hier das Interview mit Jenifer Girke in der ERF-Sendung „Mensch Gott“:

Der Modedesginer Harald Glööckler hat am Montag ein Buch mit dem Titel „Kirche, öffne dich“ auf den Markt gebracht, das im Adeo-Verlag veröffentlicht wurde. Offen, ehrlich und bibelfest schreibt er darin über seinen ihn tragenden Glauben an Gott.

Neben seiner etwas eintönigen Kritik an der Institution Kirche gibt Glööckler aber in dem Buch vor allem ein beeindruckendes Glaubenszeugnis mit Blick auf Jesus Christus ab, das mitunter etwas esoterisch durchmischt ist. Dabei schreibt der Modedesigner über seine ganz persönliche Begegnung mit Gott in den Höhen und Tiefen seines Lebens und einer Kindheit voller Leid. Er lässt dabei tief in sein Innerstes blicken, schreibt ehrlich über seinen Weg zu Gott, darüber, was Jesus ihm heute bedeutet und auch über dramatische Lebensereignisse wie Missbrauch oder die Zurückweisung durch seine Eltern.

In seinem Buch zeigt Glööckler ein erstaunliches Bibelwissen und zieht beeindruckende Schlussfolgerungen. So schreibt er beispielsweise:

„Was entfernt uns vom Glück? Alles, was uns auch von Gott und den Menschen entfernt. Liebloses, bösartiges Handeln, Hass, Neid und Missgunst sind die Feinde des Glücks. Es ist das große Geschenk von Jesus an uns, dass wir jeden Tag jederzeit neu beginnen können.“

Seine Liebe zu Jesus wird in diesem Buch spürbar. Über Jesu Tod am Kreuz schreibt er u. a.:

„Sein Tod ist kein Freibrief, um Sünden begehen zu können, die dann vergeben werden.“

Und weiter:

„Jesus ist für einen da, wenn man ihn braucht.“

Auch wenn Glööckler’s Ausführungen hier und da esoterisch abgleiten, wie in Bekundungen über Engelsanbetung und Horoskopsympathie, könnte es ihm gelingen, auch Menschen, die bisher keinen Fuß in eine Kirche gesetzt haben, mit einer guten Botschaft in Verbindung zu bringen, so Anna Lutz vom christlichen Medienmagazin Pro in ihrer kritischen Rezension über Glööckler’s Buch. Denn er habe durchaus „ein sehr differenziertes und bibeltreues Jesusbild“ entwickelt.

Und auch wenn Harald Glööckler, der eine Marienstatue in seinem Garten aufgestellt hat, sehr pauschal Kritik an einer Kirche äußert, die gerade durch Papst Franziskus in eine gute Bewegung kommt, so hat er ja durchaus nicht unrecht, wenn er bemerkt:

„Helfen Sie Leuten auf, die gestrauchelt sind, statt Ihnen mit Kritik und Vorschriften den Mut zu rauben.“

Damit liegt er auf einer Wellenlänge mit Papst Franziskus und vermutlich auch mit seiner Ansicht:

„Die Kirche hat die beste Botschaft der Welt!“

Quellen: harald-gloeoeckler.de und pro-medienmagazin.de

Bestseller-Autorin Charlotte Link, die zu den erfolgreichsten deutschen Autorinnen der Gegenwart zählt, sprach im Interview mit Melanie Fox vom Magazin Stadtgottes, dem Magazin der Steyler Missionare, über ihren christlichen Glauben und den Blick auf den Tod.

Ein prägendes, existenzielles Ereignis im Leben von Charlotte Link war der Tod ihrer Schwester, die vor fünf Jahren im Alter von nur 46 Jahren an Krebs gestorben war. Bis heute vergehe kein Tag, an dem sie nicht an ihre Schwester denke, so die Bestsellerautorin. In ihrem Buch „Sechs Jahre“ schrieb sie über die Krebserkrankung und das Sterben Ihrer Schwester, um Erfahrungen mit Menschen zu teilen, die Ähnliches erleben und Ihnen zu berichten, „dass vieles ganz anders kommt, als man am Anfang denkt, und dass es auch aus vermeintlich hoffnungslosen Situationen heraus oft noch Wege gibt“, so Charlotte Link.

Neben der Familie habe sie auch der Glaube durch diese Zeit getragen, wenn auch nicht von Beginn an. Denn zu Zeiten der Diagnose habe sie „Gott gar nicht so richtig wahrgenommen“, weil ihr Blick einzig und allein auf die Krankheit und die Ärzte und „alles, was damit zusammen hing“, gerichtet war. Weiter berichtet sie vom Wendepunkt in einer schlaflosen Nacht und sagt:

„Dass es da noch eine andere Instanz geben könnte, hatte ich inmitten all der Panik irgendwie aus den Augen verloren. In einer von vielen schlaflosen Nächten begriff ich, dass mir der liebe Gott als einzige, als letzte Anlaufstelle helfen könnte.“

Sie habe sich dann auch ihrem Pfarrer zugewendet, der ihr in der Seelsorge eine große Hilfe war. Gerade in dieser Zeit habe sie viel gebetet. Mit Gott zu hadern, kommt für Charlotte Link nicht infrage. Dazu sagte sie gegenüber dem Magazin Stadtgottes:

„Ich hadere nicht, ich bin davon überzeugt, dass ich irgendwann eine Antwort auf die Frage, warum es so kommen musste, erhalten werde, und dass diese Antwort mich dann auch überzeugen wird.“

Das sei aber „sicherlich“ erst nach ihrem Tod, so Link weiter. Weiter beschrieb sie, dass sie sich gewiss sei, dass sie ihre Schwester nach dem Tod wiedersehe, was eine „Mischung aus glauben und zutiefst hoffen“ sei.

Nach dem Tod ihrer Schwester habe sie eine große Leere empfunden, die bis zu einer „tiefen Depression“ führte. Eine wesentliche Kraft, die sie aus diesem Loch wieder herausfinden ließ, war der Glaube. Der Glaube an einen übergeordneten Sinn habe ihr geholfen, so Charlotte Link. Dazu beschreibt sie weiter:

„Er (Der Glaube) war wie eine Strickleiter, an der ich hochgeklettert bin.“

Das komplette Interview, wo Charlotte Link auch auf den weitern Umgang mit dem Tod ihrer Schwester weiter eingeht, gibt es im aktuellen Magazin der Steyler Missionare „Stadtgottes“.

Quelle: stadtgottes.de

Andreas Schutti gab vor kurzem in der SWR-Talkshow „Nachtcafe“ ein christliches Zeugnis und schilderte seine Veränderung in einem turbulenten Leben. Gestern Abend lief sein Zeugnis in der Sendung ‚Nachtcafé Classics – Wie das Leben so spielt‘.

Bereits in jungen Jahren baute sich Andreas Schutti ein Diskotheken-Imperium auf. Er wurde zum Star des österreichischen Nachtlebens und führte als „Discokönig“ ein Jetsetleben. Trotz Ehe hatte er ständig Affären, war pornosüchtig und verschleuderte sein Geld ohne Sinn und Verstand. Bis sein Höhenflug in einer Bruchlandung endete. Am Boden zerstört fand er in seiner Not zum Glauben.

Seinen Perspektivwechsel beschreibt der heute 49-jährige, wie folgt:

 „Durch Gott habe ich mein Leben um 180 Grad gedreht und wurde ein anderer Mensch.“

Bereits 2014 schrieb Andreas Schutti ein spannendes Buch mit dem Titel „Der Discokönig“ über sein unmoralisches Leben voller Eskapaden und Exzessen und seine große Veränderung. Darin beschreibt er, dass viele Menschen sein Jet-Set-Leben verfolgten und das „extrem cool“ fanden. Wie es wirklich in ihm aussah, bekam niemand mit. Erst als er alles verlor, veränderte er sein Leben, nach und nach, um 180°.

Dazu sagt er:

„Ich war innerlich bereits bankrott und wollte mir das Leben nehmen, als ich durch ein Finanzstrafverfahren auch noch alle meine materiellen Güter verlor. Dennoch hätte mir nichts Besseres passieren können, weil ich mir dadurch die Sinnfrage des Lebens stellte.“

Beim Nachgehen der Sinnfrage landet er bei Jesus. Wie der „Verlorene Sohn“ im Gleichnis, das Jesus vor 2000 Jahre erzählte (Lukas 15, 11-32), fand Andreas Schutti in der Beziehung zu Gott eine neue, versöhnte Perspektive. Dadurch fühlt er sich heute „reich beschenkt“ und schreibt nun darüber, wie er Jesus und seine Gnade erlebt.

Auf seiner Facebook-Seite schreibt er:

„Ich mache diese Seite nur aus einen einzigen Grund und das ist das ihr sehen könnt wie Gott wirklich ist. Das suchen in unserem Leben hört erst auf wenn wir mit Jesus Christus eine persönliche Beziehung eingehen!
Ich hätte mir das auch nie gedacht und bin auch sehr skeptisch gewesen aber der wahre Friede im Herzen kommt nur durch IHN!!! Es ist schön zu wissen das Gott uns durch den Glauben an Jesus liebt und uns alles vergibt, und als Draufgabe noch die Zuversicht schenkt warum wir keine Angst nach diesem Leben hier auf Erden haben müssen. Es ist schön zu wissen wohin die Reise geht,all dass und vieles mehr schenkt dieser Glaube an Jesus Christus, many blessings euch allen Andi“

Quellen: swr.de, derdiskokoenig.at und Facebook-Profil von Andreas Schutti

 

Vor zweieinhalb Jahren gab Andreas Schutti in der ERF-Sendung „Mensch Gott“ sein Zeugnis vom lebendigen Gott, der auch heute in unserer Welt wirkt.

Benediktinerpater Anselm Grün hat mittlerweile mehr als 300 Bücher veröffentlicht, die in mehr als 30 Sprachen übersetzt wurden. Aktuell hat er ein Buch über das „Staunen“ geschrieben. Das Buch trägt den Titel „Staunen – Die Wunder im Alltag entdecken„. Im Interview mit Rheinischen Post sprach der Benediktinermönch darüber, was Staunen mit Philosophie, mit Glück und mit Glauben zu tun hat.

Alle Philosophie beginnt nach Ansicht von Anselm Grün mit dem Staunen. Dazu sagt der 73-jährige:

„Ich staune, also denke ich nach.“

Das bedeute, dass sich der Mensch im Staunen „für das Wunderbare und das Besondere“ öffne und infolgedessen darüber nachdenke. Weiter betont er:

„Staunen ist für mich die Bedingung, dass etwas wichtig ist.“

Während das Wundern eher mit der Warum-Frage verbunden sei, komme das Bewundern dem Staunen sehr nahe.

Um nicht einfach „routiniert Lebende“ zu sein, sollten die Erwachsenen sich etwas „von dem staunenden Kind“ in sich bewahren.

Es halte lebendig, „über das Schöne und das Geheimnis“ wieder staunen zu können.

Denn Zusammenhang zwischen Staunen und Glauben beschreibt er wie folgt:

„Im Staunen sind wir offen für das Geheimnis, auch das kleine, erlebbare Geheimnis. Etwa, dass Gott uns jetzt die Stunde der Ruhe geschenkt hat oder diesen wunderbaren Sonnenuntergang. Indem wir staunen, wächst auch der Glaube.“

Im Staunen sei der Menschen ebenso wie beim Empfinden von Glück ganz bei sich und im Einklang mit sich. Dazu sagt er weiter:

„Staunen bedeutet auch, dass ich mich für etwas Größeres öffne.“

Das befreie den Menschen vom Kreisen um sich selbst und ermögliche ihm, vom Geheimnis berührt zu werden. Das könne dann zu einer Erfahrung von der Liebe Gottes oder zu einem Menschen führen.

Er selbst habe zuletzt „über das milde Licht gestaunt, das sich da auf den Feldern ausbreitete“, was ihm die Schönheit unserer Welt am Abend vor Augen führte.

Das komplette Interview gibt’s in der Rheinischen Post.

Quelle: rp-online.de

 

Hier ein schöner Song, der das Staunen der Kindheit schön beschreibt und träumen lässt:

Der Journalist, Autor und Entertainer Bastian Sick, der vor allem mit seinem Buch Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ eine hohe Bekanntheit erlangte, sprach aktuell mit dem Magazin Stadtgottes über seinen christlichen Glauben.

In seiner Kindheit wurde der heute 52-jährige im Umfeld der Kirche in seinem Heimatort Ratekau groß, die er im Interview als sein „zweites Zuhause“ bezeichnet. Als Kind ging Bastian Sick regelmäßig in den Kindergottesdienst. Den Begriff Kirche macht er dabei aber an keinem konkreten Ort fest und sagt:

„Kirche fand bei uns aber auch immer zu Hause statt: in Gesprächen, in der Wertevermittlung.“

Als Vorbilder im Glauben geprägt haben ihn auch seine Großeltern. Sein Großvater war Pastor und seine Großmutter bezeichnet Bastian Sick als „ebenfalls eine sehr christliche und kirchlich engagierte Frau“, die Organistin war und zuhause häufig Kirchenmusik spielte. Mit 5 Jahren ging Bastian Sick selbst in den Kirchenchor, dem er bis zu seinem Wegzug nach dem Abitur treu blieb.

Das Singen im Chor bezeichnet Sick auch als „Kulturunterricht“ und sagt dazu weiter:

„Ich habe viel über die Bibel erfahren, mein soziales Gewissen wurde gestärkt.“

Als Teil der Chorgemeinschaft habe er u.a. auch gelernt Rücksicht zu nehmen. Die Zeit im Chor verbunden mit gemeinsamen Erlebnissen wie Ausflüge, Gottesdienste und Feiern bezeichnet er rückblickend als „etwas sehr Schönes“ und betont:

„All das war ein wichtiger Teil meiner Kindheit und begleitet mich mein Leben lang.“

Auf die Frage, wie er heute seinen Glauben lebt, antwortet Bastian Sick:

„Ich versuche meinen Glauben durch mein Handeln zu leben: Jesus Christus ist mein ständiger Begleiter und mein Vorbild. Nachdem, was er uns gelehrt hat, versuche ich zu handeln. Das gelingt mir natürlich nicht immer, aber ich bemühe mich.“

Insbesondere fasziniert ihn an Jesus, dass er uns ein „neues Gottesbild“ gebracht habe. Jesus habe den vergebenden, verzeihenden, beschützenden und liebenden Gott betont, der „uns auch dann wieder zurücknimmt, wenn wir auf Abwege geraten sind“. Mit Blick darauf erinnert Bastian Sick, dass jeder einzelne von uns „einen schwierigen, komplizierten Weg“ habe und es „diesen ganz geraden Weg, ohne Enttäuschungen, Fehlschläge, Verluste“ nicht gäbe und Selbstzweifel und Ungerechtigkeitsempfinden unseren Lebensweg begleiten. Daran anschließend betont Bastian Sick voller Hoffnung in das, was Jesus gelehrt hat:

„Und trotzdem zu wissen, dieser Gott liebt dich dennoch und steht zu dir, das ist etwas Wunderbares.“

Weiter sagt Bastian Sick, dass sich sein Glaube im Laufe seines Lebens verändert habe, was er aber als normal empfindet, da mit dem Älterwerden die Erkenntnisse wachsen. Gerade das Erkennen der „Tiefe der Schöpfung“ und sein Interesse für „die komplexen Zusammenhänge des Lebens“ haben ihn noch stärker im Glauben gefestigt. Wörtlich sagt er dazu:

„Das lässt mich im Glauben eher stärker werden als davon abzukommen.“

Während sein Glauben bisher eine Konstante in seinem Leben war, hatte Sick mit der Kirche als Institution zeitweilig seine Probleme, dass er sogar für ein paar Jahre in seiner „Sturm- und Drangzeit“ einmal ausgetreten war. Heute hat er sich mit der Kirche versöhnt und betont:

„Ich gehe sehr gerne in Kirchen.“

Die Bibel nimmt er „immer mal wieder“ zu Hand, um sich in den Geschichten, die er seit der Kindheit kennt, an Einzelheiten wieder zu erinnern.

Als seine Lieblingsgeschichte bezeichnet Sick die Mose-Geschichte im Alten Testament, die er als „Mut-Geschichte“ sieht mit Blick auf das Leben, das „an sich eine Reise“ sei. Folgende Schlüsse zieht Bastian Sick u.a. aus dieser biblischen Geschichte für sein persönliches Leben:

„Die Flucht aus Ägypten und die 40 Jahre in der Wüste, in denen er (Moses) immer ein klares Ziel vor Augen hatte. Das genügt für ein erfülltes Leben. Man muss die Erfüllung nicht unbedingt erlangen, das Streben danach ist das Entscheidende.“

Und weiter:

„Kein Weg ist wirklich gerade, man muss ihn selbst finden.“

Im Glauben bestärkt den 52-jährigen die Kraft, die man dadurch erhält, sowie die Hoffnung und die Liebe, die sich im Glauben erfahren lassen. Auch die im Glauben erwachsende Sehnsucht, „anderen Menschen nahe zu sein“ und „Gutes zu tun“ sind für Bastian Sick bedeutend und festigen ihn in seinem Glauben. Abschließend sagt er:

“ Je älter man wird, desto mehr wächst der Glaube von einer Ahnung zur Gewissheit.“

Das komplette Interview gibt es im sehr lesenswerten Monatsmagazin der Steyler Missionare – Stadtgottes (Ausgabe Juli 2018).

Quelle: stadtgottes.de

 

 

Wolfgang Joop ist Gründer der Mode- und Kosmetikfirmen JOOP! sowie Wunderkind und gilt zusammen mit Karl Lagerfeld und Jil Sander als erfolgreichster Deutscher in dieser Branche. Joop, der sich im Lauf seines Lebens immer wieder neu erfunden hat, hat sich jetzt im Alter von 73 Jahren an ein neues Projekt gewagt: das Nachhausekommen – in seinem Sehnsuchtsort Potsdam, den Ort seiner Kindheit.

Diesbezüglich hat Wolfgang Joop in seinem neuen, alten Heimatort Bornstedt bei Potsdam ein Interview gegeben. Als Joop beim Eingang der Bornstedter Kirche kurz innehält, fragt ihn sein Gesprächspartner, ob er gläubig sei. Darauf antwortet der Modedesigner:

„Ich bin nicht gläubig, ich bin spirituell und kann mit Mystik etwas anfangen.“

Weiter gibt er zu verstehen, dass ihm ein Denken im Sinne von ‚Ich glaube nur, was ich sehe‘ zu einfach ist. Dazu sagt er:

„Liebe kann man nicht sehen, und ich weiß dennoch, dass sie da ist.“

Quelle: kn-online.de

 

Dieses Phänomen ‚Ungläubig, aber spirituell‘ ist ein neuer Trend. Laut dem Philosophen Eberhard Tiefensee bezeichnen sich immer mehr Ungläubige als spirituell. Dies habe gesellschaftliche Folgen. So gebe es vor allem in der Palliativmedizin ein wachsendes Interesse an „Spiritual Care“, also spiritueller Versorgung.

Studien zeigten, dass Spiritualität auch jenseits von religiösen Vorstellungen Einfluss auf die Lebenqualität habe, erläuterte Tiefensee. So fordere auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Menschen als ganzheitliche Wesen mit eben auch spirituellen Bedürfnissen wahrzunehmen.

Auch im Erziehungswesen gebe es ähnliche Entwicklungen, konstatiert Tiefensee. So habe die UN-Generalversammlung bereits 2002 festgehalten, unter anderem auch die spirituelle Entwicklung der Kinder „als Angelegenheit nationalen und weltweiten Vorrangs“ zu fördern.

Tiefensee räumte ein, dass er selbst unterschätzt habe, was eine aktuelle soziologische Studie zur Spiritualität in Deutschland gezeigt habe:

„Im konfessionslosen Osten bezeichnet sich fast die Hälfte derer, die sich selbst als Atheisten deklarieren, als religiös oder spirituell.“

Zugleich warnte Tiefensee vor einer Abqualifizierung der „stammelnden Texte“ derjenigen, die über ihre atheistische Spiritualität zu sprechen versuchen. Denn es verweise auch auf ein

„Grundproblem aller Theologie, die sich diesen Namen verdienen will: Gestammel zu sein und zu bleiben angesichts eines letztlich Unsagbaren.“

Quelle: katholisch.de

 

Der Sänger Jorid drückt in seiner aktuellen Single „Signal“ die menschliche „Sehnsucht nach Mehr“ sehr schön aus:

Die Schriftstellerin Tanja Kinkel gab aktuell dem Magazin der Steyler Missionare ein Interview zu ihrem Glauben, Dabei zeigte sich die 48-jährige Bambergerin als überzeugte, aber auch kritische Katholikin.

Zur Bedeutung des Glaubens für ihr Leben sagt Tanja Kinkel:

„Für mich ist der Glaube ein Teil von mir. Er gibt mir Antworten auf viele Fragen.“

So fürchte sie sich auch nicht vor dem Sterben, denn:

„Ich glaube, dass ich im Augenblick meines Todes nicht allein bin, Gott wird an meiner Seite sein.“

Sie glaube, dass sie nach dem Tod geliebte Menschen wiedersehen werde und sie sich für das, was sie getan oder unterlassen habe, rechtfertigen müsse.

Die Nähe Gottes spüre sie insbesondere in der Eucharistie. Dazu sagt sie:

„Für mich ist die Kommunion ein heiliger Moment. Hier spüre ich die Nähe Gottes ganz besonders.“

Dabei werde für sie Gemeinschaft im Glauben erfahrbar.

Weiter sind Menschen, die aus Nächstenliebe handeln, wie z.B. Menschen im Erich-Kästner-Kinderdorf, für sie „das beste Beispiel dafür, was ich unter Christentum verstehe“.

Sie kenne im Glauben auch Momente des Zweifelns und Situationen, wo ihr Vergebung durchaus schwer fällt.

Das komplette Interview gibt’s unter stadtgottes.de

Der Kabarettist und Autor Bruno Jonas  (u.a. „Scheibenwischer“) hat ein Buch über seine Vorstellung vom Jenseits auf dem Markt gebracht mit dem Titel „Gebrauchsanweisung für das Jenseits“. Diesbezüglich hat er aktuell Barbara Just von der Münchner Tageszeitung (TZ) ein Interview gegeben und dabei auch über seinen Glauben gesprochen. Auch wenn er schon vor Jahrzehnten aus der Kirche ausgetreten ist, prägt ihn seine katholische Beziehung aber noch heute.

Dass er mit nun 65 Jahren ein Buch über das Jenseits schreibe, liege auch daran, dass ihn das Jenseits seit seiner Zeit als Ministrant in St. Nikola in Passau interessiere. Besonders bei den vielen Beerdigungen, bei denen er ministrierte, sei er mit dem Thema Tod und Jenseits immer wieder konfrontiert worden.

Auch heute, 42 Jahre nach seinem Kirchenaustritt, betrachtet Bruno Jonas sich noch als gläubigen Menschen. Er sei ausgetreten, weil er damals wegen Religionsbeschimpfung angezeigt worden war. Und weiter:

„Aus dem Glauben aber kann man nicht austreten. Mit der Taufe ist man auf ewig ein Gotteskind. Ich bin katholisch geprägt.“

Auch wenn im Lauf seines Lebens bei ihm ein „kritischer Geist“ erwachte und ihn skeptisch bis agnostisch werden ließ, sei das, was er in der Kindheit im Glauben vermittelt bekam, „in gewisser Weise schreibgeschützt“. Auch betont Jonas im Verlauf des Interviews, dass auch hinter jeder naturwissenschaftlichen Erkenntnis der Glaube lauere.

„Denn die Forscher geraten am Ende in Gebiete, wo sie nur mit Annahmen weiterkommen, um diese irgendwie zu bestätigen.“

Nach jeder wissenschaftlichen Erkenntnis weite sich wieder „der Bereich des Ungewissen“.

Quelle: TZ vom 23.5.18

Mehr unter tz.de

In einem aktuellen Vortrag sprach der Künstler und Kunsttheoretiker Bazon Brock zum Thema „Das Pfingstwunder in zeitgemäßer Erscheinung“. Dabei räumte Brock auch mit dem Irrglauben auf, dass Wissen und Glauben zwei entgegengesetzte Sphären seien, wie die Westdeutsche Zeitung berichtet. Im Gegenteil mache erst der Glauben das Wissen möglich.

Gott sei auch für beinharte Naturwissenschaftler „eine Denknotwendigkeit“.

Bis heute gelte: „Alle Wissenschaft ist Theologie!“, so der emeritierte Professor für Ästhetik und Kulturvermittlung.

Quelle: wz.de

 

Auf seiner Webseite bazonbrock.de hat der 81-jährige einen Beitrag mit dem Titel „Denkerei: Über die Einheit von Glauben und Wissen“ veröffentlicht.

Darin beschreibt er, dass entgegen „heute allgemeiner Annahme“ Glauben und Wissen nicht „unterschiedlichen Verfahren der Vergewisserung“ angehören, sondern vielmehr „eine notwendige Einheit der gedanklichen Arbeit“ bilden. Denn gerade in der Wissenschaft sei man auf Glauben angewiesen sei.

„Jede normalwissenschaftliche Arbeit beginnt mit der Aufstellung von Hypothesen als Form des Dafürhaltens, also des Glaubens.“

Wissenschaftlich erfolgreich arbeite derjenige, der „solche Hypothesen widerlegt und damit Unsicherheit des Wissens verringert“.

Die Einheit von Glauben und Wissen werde vor allem in methodischen Vorgehensweisen sichtbar. Dazu formuliert Brock weiter:

„Wissenschaft wird produktiv durch Kritik, Glaube durch Zweifel. Wer nicht zweifelt, kann auch nicht glauben, wer zu radikaler Kritik nicht fähig ist, kann nicht Wissenschaftler sein.“

Das gelte „in jedem Fall seit Luthers und Descartes’ Zeiten“.

Für den Glauben gelte „seit frühmittelalterlichen Zeiten, dass man wissen muss, was man glaubt, wenn man den Glauben bekennen soll, weil Glaube ohne dessen Bekenntnis nicht erfahrbar und bestimmbar ist“.

Quelle: bazonbrock.de

 

Mehr zum Thema „Glaube & Naturwissenschaft“ gibt’s hier

„Ist der Glaube an Gott (ir)rational?“

Jesus Christus wird von Christen als Erlöser und Sohn Gottes verehrt. Aber auch im Islam spielt Jesus eine zentrale Rolle. Mouhanad Khorchide, Professor für Islamische Theologie und Leiter des Zentrums für Islamische Theologie der Universität Münster, hat Jesus zusammen mit dem katholischen Theologen Klaus von Stosch von islamischer wie christlicher Seite beleuchtet. Dazu veröffentlichten beide das Buch „Der andere Prophet: Jesus im Islam“.

Auf dem Katholikentag in Münster bekräftigte Professor Khorchide, dass Jesus im Koran eine größere Rolle spielt als bislang angenommen.

Der Koran gebe Hinweise, dass Jesus bedeutender als nur als Gesandter Gottes gesehen werden solle,

so Khorchide.

Jesus werde im Koran beispielsweise als Zeichen, Diener und Wort Gottes dargestellt.

Wenn der Koran auf Distanz gehen wollte, würde er diese Bezeichnungen nicht verwenden.

Mehr dazu unter evangelisch.de

 

Der Mitautor und katholische Theologieprofessor Klaus von Stosch sagt über Jesus im Koran:

Im Koran ist Jesus Geist Gottes, Wort Gottes und Messias.

Und weiter:

„Der Koran spricht sehr wertschätzend über Jesus.“

Der katholische Theologieprofessor hat sechs Jahre lang über Jesus im Koran geforscht. Es gebe zwar wichtige Unterschiede, jedoch keine direkte Ablehnung des Christentums.

Es sei das erste Mal, „dass jemand aus muslimischer Sicht und aus christlicher Sicht über Jesus im Koran schreiben“, so von Stosch.

Mehr dazu unter domradio.de

 

In einem Interview mit der Passauer Neuen Presse, das am 8.5.18 veröffentlicht wurde, sprach Mouhanad Khorchide über Jesus Rolle im Koran und darüber, warum auch Christen vom Koran lernen können.

Das Interview gibt’s unter pnp.de

Michael Wolffsohn wurde 1947 in Tel Aviv geboren. Er ist ‚Hochschullehrer des Jahres 2017‘, Historiker und Publizist. Zuletzt erschienen von ihm „Deutschjüdische Glückskinder“ und „Zum Weltfrieden“.

In einem Kommentar auf bild.de zum aktuell stattfindenden Katholikentag mit dem Titel „Das Kreuz mit dem Kreuz“ thematisiert Michael Wolffsohn das Motto des Katholikentages „Suche Frieden“ im Zusammenhang mit der aktuellen Kreuzdebatte und der christlichen Botschaft der Nächsten- und Selbstliebe.

Das Handeln von Kardinal Reinhard Marx und Heinrich Bedford-Strohm im Herbst 2016, ihre Kreuze beim Besuch des Tempelbergs abzulegen, um nicht zu provozieren, betrachtet Wolffsohn zurückblickend als „gewiss ehrenhaft, aber mehr als seltsam“ und legt sein Toleranzverständnis, wie folgt, dar:

„Wer nämlich die Religion des anderen achtet, darf seinerseits erwarten, ja, verlangen, dass seine Religion ebenso geachtet wird.“

Mit Blick auf die christliche Botschaft „Liebe deinen Nächsten wie dich Selbst“ interpretiert Michael Wolffsohn und schreibt:

„Nächstenliebe setzt Selbstliebe voraus. Anders ausgedrückt: Wer sich nicht selbst achtet, kann und wird auch andere nicht achten.“

Das Kreuz sei „DAS christliche Zeichen schlechthin“ und beinhalte wie jedes Symbol eine Fülle von Bedeutungen. Weiter schreibt er:

„Jede einzelne Bedeutung, die das Kreuz beinhaltet, signalisiert dem Betrachter: Hier hast du es mit Christlichem zu tun – religiös, kulturell, politisch, rechtlich.“

Jeder könne mit Blick auf diese Symbol, sich christlichen Gedanken zu- oder abwenden, habe aber die Gewissheit, dass das Christentum präsent und „Teil dieser Welt“ ist, ob das dem einzelnen nun gefalle oder nicht.

Bezüglich des Toleranzverständnis vieler Deutschen, denen inzwischen jede Religion „wurscht“ sei, gibt Wolffsohn zu bedenken, dass es ambivalent sei, wenn viele sich nicht am Kopftuch der Muslima oder an der jüdischen Kippa angestoßen fühlen, sich aber „ausgerechnet durch das christliche Kreuz ‚provoziert‘ fühlen“ würden.

Dazu folgert Wollfsohn:

„Sie lieben den Nächsten, aber weniger sich selbst. (…) Sie haben keine eigene Identität.“

Dazu schreibt er, dass es auf Dauer nicht gutgehen könne, wenn man nicht „eins mit sich selbst“ sei und betont, dass Identität ‚mit sich selbst eins = identisch sein‘ bedeute. Und weiter:

„Wer keine Identität hat, denkt heute dies und morgen das – und kann leicht verführt werden.“

Man könne es „drehen und wenden“, wie man wolle:

„Deutschland ist trotz vielfältiger Einflüsse in erster Linie christlich geprägt, auch wenn und wo sich die Deutschen dessen nicht bewusst sind.“

Diesbezüglich betont Wollfsohn weiter, dass es gerade angesichts der „Vielschichtigkeit der deutschen Gesellschaft“ für ein friedliches Miteinander in dieser Gesellschaft notwendig sei, „dass sich alle Teile ihrer jeweiligen Identität bewusst sind oder werden“. Dann erst könne man den Nächsten achten oder gar lieben – wie sich selbst.

Mit Blick auf den aktuellen Kabinettsbeschluss von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, dass künftig alle Landesbehörden gut sichtbar ein Kreuz anbringen müssten, betont Michael Wolffsohn abseits der politischen Motive vielmehr die bedeutende Message, die dadurch sichtbar werde:

Ein Kreuz wo auch immer im heutigen Deutschland besagt: Wir achten, mögen und schätzen unsere muslimischen und jüdischen, alle, ‚Mitbürger‘, aber ‚zuallererst‘ ist Deutschland christlich geprägt.“

Als Jude habe er „mit dieser Botschaft nicht das geringste Problem“, denn er liebe Christen und andere wie sich selbst und führt weiter aus, dass das bedeute, sich „selbst individuell und als Teil der jüdischen Gemeinschaft, die Teil der Gemeinschaft aller Menschen ist“.

Mit Blick auf das Motto „Suche Frieden“ des aktuell in Münster stattfindenden 101. deutschen Katholikentag resümiert Michael Wolffsohn:

„Wie steht es um die Kirchen, wenn Juden wie ich sozusagen die letzten Christen sind? Hoffentlich suchen – und finden! – Christen nicht nur auf Katholiken- und Kirchentagen sich selbst und dann den Frieden. Frieden mit sich selbst und in der Welt.“

Quelle: bild.de

In den Neunziger Jahren zog Michael Ruge in das pulsierende Berlin der Nachwendezeit. Dort wird er Türsteher in den angesagtesten Clubs in Berlin-Mitte und bekomm es unter anderem mit Bandenbossen zu tun. Erst als das exzessive Treiben in seinem engsten Bekanntenkreis Opfer fordert, zieht Michel Ruge die Reißleine. Er suchte unter anderem den Glauben. 2015 entstand der Wille katholisch zu werden.

Michel Ruge wurde 1969 geboren und wuchs auf St. Pauli auf. Seit seinem dreizehnten Lebensjahr widmet er sich intensiv dem Kampfsport. Nach Stationen als Türsteher und Personenschützer arbeitet er heute als Buchautor und Lehrer für Selbstverteidigung und Körpertraining. Sein neuestes Buch „Große Freiheit Mitte“ ist die Fortsetzung von Michel Ruges Bestseller „Bordsteinkönig„.

Über seinen Weg zum Glauben sprach Michael Ruge aktuell im Interview unter dem Titel „Vom Kiez zur Katholischen Kirche“ mit Heike Sicconi von domradio.de.

5 Jahre lang habe er auf Facebook mit einem katholischen Priester gechattet und sich mit ihm über Glauben und spirituelle Erfahrungen ausgetauscht, was ein „netter Austausch“ gewesen sei. Aber dann:

“ Irgendwann kam ich selber an den Punkt, wo ich dachte, ich brauche eine Struktur in meinem Glauben.“

Er ist dann in einen katholischen Gottesdienst gegangen, der ihn durch seine rituellen Abläufe ansprach. Dazu sagt er:

„Mich hat das alles sehr angefasst. Ich bin dann auch oft in die Kirche, wenn kein Gottesdienst war, habe eine Kerze angemacht und das hatte etwas sehr meditatives.“

Im Lauf der Zeit habe er „tolle Erfahrungen gemacht“, was dann der Grund gewesen sei, zum katholischen Glauben zu konvertieren. Sein Leben zuvor bezeichnet er zu seinem Leben heute als „gegensätzliches Leben“. Seinen Weg beschreibt er wie folgt:

„Ich bin ja auch jetzt noch kein perfekter Katholik. Ich bin vielleicht auf einem guten Wege. Das ist ja auch das Tolle. Ich erlebe immer wieder neue Sachen. Mein Leben ist Veränderung. Jetzt habe ich diesen Weg gefunden.“

Als ihn Heike Sicconi damit konfrontiert, dass er als Kampfsportler sehr vertraut mit fernöstlicher Philosophie sei, aber dennoch „eindeutig entschieden“ seinen Weg im Glauben gehe, betont Ruge:

„Das Problem heute ist, glaube ich, dass viele sich wie im Supermarkt an einzelnen Philosophien und Religionen bedienen.  Aber niemand beschäftigt sich richtig intensiv mit einer Religion.“

Bei schlechten Schlagzeilen über die Kirche würden sich viele Leute relativ unreflektiert bei anderen Religionen einordnen.

„Wenn sich dann irgendwer toll anhört, dann fühlen sie sich da gleich eingeordnet.“

Quelle: domradio.de

Mit dem Youtube-Kanal „Jana“ , der seit Freitag online ist, will die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) künftig junge Leute erreichen, die nach dem Sinn des Lebens fragen. Die 19-jährige Poetryslammerin Jana Highholder lässt ihr Publikum dabei an ihrem Alltag als Slammerin, Medizinstudentin und Christin teilnehmen.

Wöchentlich spricht Jana Highholder über die kleinen und großen Ereignisse im Leben junger Menschen, über Liebe und über ihren Glauben. Dazu sagt sie:

„Gerade weil es in einer so schnelllebigen Welt gar nicht so einfach ist, etwas Beständiges zu finden, will ich zeigen, wie mich der Glauben trägt und mir im Leben hilft. Und ich will ständig im Dialog mit denen sein, die mir zuschauen.“

In ihrem Vorstellungsvideo auf ihrem Channel sagt sie:

„Der Glaube ist nicht Teil, sondern das Fundament meines Lebens.“

Der Glaube finde bei ihr jeden Tag statt und am Sonntag in besonderer Weise:

„Glaube findet statt, wenn wir Gottesdienste feiern, wenn wir Lieder singen und gemeinsam beten.“

Jana Highholder, die als Ohrenschmuck ein kleines Kreuz trägt, studiert im vierten Semester Humanmedizin an der Universität in Münster. In ihrer Heimatstadt Koblenz besuchte sie eine Freie evangelische Gemeinde, in Münster geht sie in die Calvary Chapel. Seit 2014 ist sie als Poetryslammerin im Land unterwegs.

Bereits sehr früh erhält sie eine existenzielle Perspektive auf das Laben, als sie bereits im Alter von 6 Jahren an Krebs erkrankt. Offen spricht sie auf ihrem Channel darüber (siehe Video unten). Dabei sagt die heute 19-jährige:

„Ich bin nicht dankbar dafür, dass ich Krebs hatte, sondern dankbar, was daraus geworden ist und was es mit mir gemacht hat.“

Und weiter:

„Ich habe ganz früh auf das Leben eine Perspektive bekommen, wie ich sie allen Menschen wünsche. Ob ich jeden Morgen aufwachen würde, war nie sicher. So war jeder Tag ein echtes Geschenk.“

Michael Müller hält in seinem Kommentar über Jana-Highholder’s Youtube-Channel im christlichen Medienmagazin Pro fest:

‚Sympathisch ist, dass sie nicht behauptet, die Wahrheit gepachtet zu haben, sondern gerne nur ihre persönliche Sicht schildern will. Hier soll niemand altklug belehrt werden. Highholder wünscht sich, dass die Videos wie ein persönliches Gespräch auf die Menschen wirken, die den Kanal besuchen. Sie spricht den Zuschauer direkt an, erzählt Geschichten vor der Kamera, als ob sie sich mit einem Freund oder einer Freundin unterhält.‘

Weiter bewundert er, dass die 19-jährige mit ihrem Auftritt auf Youtube ‚eben nicht insgeheim Kosmetikprodukte oder Kleidung bewerben, sondern offen den Menschen Jesus Christus näher bringen will‘.

Ihr Ziel ist es, Menschen ihren eigenen Glauben so zu erklären, dass er jeden erreichen kann. Dazu betont sie:

„Jesus ist die Wahrheit, der Weg und das Leben. Ich genieße es, in einer Welt, in der alles kurzweilig und schnelllebig ist, jemanden zu haben, der beständig ist.“

In den Videos gibt sie den Menschen auch ganz praktische Gedanken für den Alltag mit auf dem Weg, warum der Glaube an Gott gerade in der heutigen Zeit eine gute Antwort auf die Sinnsuche vieler ist. Ihre Vision dabei:

„Mir geht es um ein christuszentriertes Leben.“

Sie wünsche sich, dass bei der Internet-Gemeinschaft der christliche Glaube ins Gespräch komme.

Quellen: epd.de, pro-medienmagazin.de und idea.de

 

Martin Schleske ist ein deutscher Geigenbauer von internationalem Ruf und ein geistlicher Schriftsteller. Im Vorfeld des Nachtschicht-Gottesdienstes in Stuttgart, zu dem Schleske als Gast geladen ist,  sprach der 52-jährige im Interview mit der Stuttgarter Zeitung, wo er als ‚eine Art Gott der Geigen und ein Mann Gottes‘ sowie als ‚begnadeter Erzähler über Gott und das Leben‘ bezeichnet wird, über seinen Glauben und die Verbindung zwischen Musik und Gott.

Dazu sagte er, dass Klang zu erschaffen die Urberufung in seinem Leben sei. Inzwischen wisse er, dass es den heilsamen Klang gebe. Und weiter:

„Daher ist der Klang eine Metapher für die Heiligkeit und die Gottesgegenwart. Die Quantenphysik zeigt es: Die Kräfte, die Materie ordnen, sind Schwingungen. Den Klang eines Instruments empfinde ich wie ein Echo auf den Schöpfungsakt. Musik ist ein in Klang gegossenes Gebet – eine Antwort auf die Schöpfung.“

Durch den Geigenbau habe er die wesentlichen Dinge des Lebens und des Glaubens gelernt und sagt dazu weiter:

„Wenn du in der Liebe bist, wird alles zu dir sprechen. Jede Art von Berufung. Und ich liebe den Geigenbau sehr.“

Den Geigenbau betont Schleske als „Schöpfungsakt“, wodurch eine „eine ganz große Gottesnähe“ entstehe. Das sei bei ihm wie bei Michelangelo, der die fertige Skulptur im Marmorblock erkannte und nur vom überflüssigen Stein befreite:

„Ja, beim Bauen höre ich den Klang.“

Weiter vergleicht er das Geigenbauen mit dem Beten und sagt:

„Geigenbauen heißt für mich mit den Händen beten. Dieses Haus war ursprünglich 500 Jahre ein Gebetshaus. Und dort, wo meine Werkbank steht, war der Altar. Dieses Haus gibt mir Kraft. An dieser Werkbank werde ich nie müde.“

Weiter erzählt er im Interview, was eine ‚Schleske‘ von einer ‚Stradivari‘ unterscheidet und wie er im tiefen Zweifel an Gott, in dem er seinen Glauben verloren hatte, durch eine „Inspiration des hörenden Herzens“ zurückfand.

Das komplette Interview gibt’s unter

stuttgarter-zeitung.de

 

Hier ein weiteres Interview von Martin Schlekse mit dem christlichen Medienmagazin Pro

In der neuen Ausgabe des Magazins Chrismon sprach die englische Schriftstellerin Zadie Smith, die in einem „radikal atheistischen Haushalt“ aufgewachsen ist, auch über ihre Vorstellung von Gott. Dabei nimmt sie die Haltung von Thomas aus dem gestrigen Sonntagsevangelium ein.

Im Gespräch mit Dirk von Nayhauß in der Interview-Serie „Fragen an das Leben“ antwortete die 42-jährige, die zu den einflussreichsten ­britischen Autoren zählt, auf die Frage nach ihrer Vorstellung von Gott, dass sie in einem „radikal atheistischen Haushalt“ groß wurde, diese Haltung aber in der Beschäftigung mit einem Buch von C. S. Lewis über das Beten immer wieder ins Schwanken gerät, auch wenn sie schlussendlich an ihrer in der Kindheit erlernten Haltung festhält.

Sie denke überdies, „dass sich in Religionen, als Philosophien gesehen, die verschiedenen Aspekte des Guten ausdrücken“. So zum Beispiel, wenn jemand danach strebe,  „das Leid der Menschen um sich herum zu ver­ringern“. Diese Art der Frömmigkeit beschäftige sie. Weiter führt sie aus:

„Ob ich manchmal das Gefühl habe, einen Gott zu spüren? Ja, aber ich habe viele Gefühle, denen ich nicht zutraue, dass sie objektive Fakten darstellen. Sehr oft empfinde ich Dankbarkeit. Ich blicke nach oben und sage: ‚Danke‘, aber für mich ist das auch ein Ausdruck meiner Desillu­sionierung. Allerdings gibt es ein wundervolles Buch über das Beten von C. S. Lewis, ‚Du fragst mich, wie ich bete – Briefe an Malcolm‘. Er predigt nicht. Vielmehr führt er eine sehr intelligente Diskussion, in seinen Texten ist so viel Menschlichkeit. Wann immer ich sein Buch lese, bin ich völlig überzeugt – aber dann lege ich das Buch beiseite und ändere meine Meinung wieder.“

Weiter äußert Zadie Smith im Verlauf des Gesprächs, dass sie vor dem Tod „furchtbare Angst“ habe. Sie sieht im Glauben Vorteile darin, dass man „vermutlich“ weniger Angst vor dem Tod habe. Sie selbst empfinde „nichts Friedvolles“, wenn ein Mensch verstorben ist, was sie mit Blick auf den Umgang mit dem Tod ihres Vaters äußert. Dabei betont sie aber auch:

„Eigentlich will ich nicht nichtexistieren.“

Das komplette Interview, in dem sie auch äußert, warum sie den biblischen Satz ‚Eher kommt ein Kamel durch ein Nadelöhr als ein reicher Mann in den Himmel‘ zu „den wahrsten Dingen, die je geschrieben wurden“ einordnet, gibt’s unter

chrismon.evangelisch.de

 

Kurzinfo zu Zadie Smith: Bereits ihr erster ­Roman „Zähne zeigen“ aus dem Jahr 2000 war ein großer Erfolg und wurde in über 20 Sprachen übersetzt. Zuletzt ­erschien ihr fünfter Roman „Swing Time“.

Jacqueline Straub ist jung, sieht gut aus und hat den Wunsch, katholische Priesterin zu werden. Dafür studierte sie Theologie und veröffentlichte bereits zwei Bücher zu ihrer Haltung zum Frauenpriestertum in der katholischen Kirche. Aktuell beantwortete sie wichtige Fragen zum Osterfest in der Schweizer Illustrierten. Sie erklärte dabei auf verständliche Weise das Osterfest und gab Antworten auf Fragen wie „Wieso feiern wir einen Tag, an dem ein Mensch gekreuzigt wurde?“ oder „Was hat ein Hase mit dem christlichen Osterfest zu tun?“.

Zum Tod Jesu beschreibt sie, dass durch diese Tat für Christen Tod und Leid nicht das letzte Wort haben:

„Die Kreuzigung war grausam. Es blieb jedoch nicht bei der Hoffnungslosigkeit, der Zerstörung eines Lebens. Gott ist so mächtig, dass er den Tod überwinden kann.“

Auf die Frage, wie sie Kindern das Osterfest erklärt, antwortet Jacqueline Straub:

„Ostern ist ein Freudenfest, ein Fest der Freundschaft mit Gott. Er weiß, wie es ist, wenn wir leiden oder wenn nicht alles rundläuft. Er geht mit uns Menschen durch unseren Schmerz, aber auch unsere Freuden hindurch, ist nah bei uns wie ein lieber bester Freund.“

Weitere Antworten von Jacqueline Straub zu Fragen rund um das Osterfest gibt’s unter schweizer-illustrierte.ch

 

Mit Preachers hat Jacqueline Straub ein Projekt gestartet, mit dem sie gemeinsam mit dem reformierten Pfarrer Andri den christlichen Glauben frisch vermittelt und durch zeitgemäße Predigten, spirituelle Texte, Artikel und Kommentare die Kirche auf moderne Art zu den Menschen bringt.

Mehr dazu unter preachers.news

 

Vor zwei Jahren berichtete Jacqueline Straub im SWR von ihrem Lebenstraum, katholische Priesterin zu werden und ihrer Motivation, die Kirche zu den Menschen zu bringen:

Mehr zu Jacqueline Straub gibt’s auch unter instagram.com/jacqueline_straub und unter facebook.com/jacqueline_straub

Für sein neues Buch „Die 21. Eine Reise ins Land der koptischen Martyrer“ hat der katholische Schriftsteller Martin Mosebach, den die Wochenzeitung Die Zeit aktuell als „Schreiber des Herrn“ betitelte, die Familien der 21 Männer besucht, die 2015 von IS-Terroristen aufgrund ihres christlichen Glaubens an einem Strand von Libyen ermordet worden waren. In Interviews mit idea und der Zeit sprach Martin Mosebach über den höheren Sinn des Leidens im Christentum, authentisch gelebtes Christentum und warum für einen Christen die Bibel über der Verfassung steht.

Die Art, wie dieses Martyrium durch ein beispielloses Video bekannt wurde, habe ihn dazu bewogen habe, ein Buch über die koptischen Märtyrer zu schreiben, betont Mosebach im Interview mit der Zeit und:

„Was IS-Propaganda sein sollte, wurde zu einem Dokument der Standhaftigkeit der Ermordeten und ihres Bekenntnisses zu Jesus Christus.“

Um mehr über diese Männer zu erfahren, ist er nach Ägypten in deren Herkunftsdörfern gefahren. Er zeigte sich tief beeindruckt vom starken Bekenntnis der koptischen Christen. Dazu sagte er u. a.:

„Die Vorstellung eines derart unbedingten Bekenntnisses ist uns ein bisschen peinlich, weil wir in einer Welt leben, in der Diskussion, Dialog, Toleranz, Kompromissfähigkeit bis hin zur Indifferenz große soziale Werte sind. Wer bis zum Tod bei einer Sache bleibt, ist kein Vorbild, sondern der wirkt starrsinnig, unbeweglich, fast bedauernswert vernagelt. Aber wir müssen uns klarmachen, dass die große Zahl der Martyrer der Grund für die frühe und schnelle Ausbreitung des christlichen Glaubens war.“

Das komplette Interview mit Martin Mosebach über den höheren Sinn des Leidens im Christentum und warum die koptischen Martyrer auch in der katholischen Kirche verehrt werden sollten, gibt’s unter zeit.de

 

Im Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea zu seinem neuen Buch sagte Martin Mosebach, dass in Europa die Kosten der Nachfolge Jesu im Vergleich zu anderen Ländern derzeit geringer, seien.

Ein christlicher Standpunkt könne aber auch hierzulande die soziale Achtung kosten, da sich die Gesellschaft gerade zu einer Zivilreligion entwickle.

Der Grünen-Politiker Cem Özdemir habe unlängst gesagt, dass kein heiliges Buch über dem Grundgesetz stehe. Dazu Mosebach:

„Für Christen ist das inakzeptabel. Selbstverständlich steht die Bibel über der Verfassung.“

Das Grundgesetz sei ein „schönes, sinnvolles und praktikables Papier, gegen das ich nichts einzuwenden habe. Aber es ist für mich kein letzter Wert – das ist auch dezidiert nicht sein Anspruch, sonst befände sich keine Anrufung Gottes in seiner Präambel.“

Weiter zeigte er sich tief beeindruckt, vom Bekenntnis zum christlichen Glauben der Kopten in Ägypten.

Der Glaube an die Auferstehung ist für Mosebach zentral:

„Ohne Auferstehung gibt es keinen Christus-Glauben.“

Christen machten heute allerdings einen großen Fehler:

„Wir glauben, dass wir uns die christliche Botschaft nach unseren Bedürfnissen und Zweifeln zurechtschneiden dürfen.“

Er empfinde das als unredlich:

„Man muss ja kein Christ sein – aber man sollte auf jeden Fall der Versuchung widerstehen, sich ein Christentum zurechtzumachen, das als zeitgemäß empfunden wird. Zeitgemäß ist es nämlich auch vor 2.000 Jahren nicht gewesen.“

Ihm selbst falle das Glauben mal mehr und mal weniger leicht. Aber er sei nicht dazu bereit, sich etwas vorzumachen und es in „ermäßigter Form“ zu akzeptieren. Dazu sagt er weiter:

„Für die Frage, wieweit zeitgenössische Theologie dem Evangelium standhalten kann, sind die Märtyrer ein wunderbarer Maßstab: Man muss sich bei jeder Dekonstruktion des biblischen Textes, bei jeder Entmythologisierung, Symbolisierung und Allegorisierung nur immer fragen: Wäre ein Mensch bereit, dafür zu sterben?“

Quelle: idea.de

In seiner Buchreihe „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ deckt Bastian Sick seit 13 Jahren grammatische Eigenheiten und stilistische Fallen der deutschen Sprache auf. Im Interview mit dem christlichen Medienmagazin Pro sprach er nun auch über seinen Glauben, warum er wieder in die Kirche eingetreten ist und Gender-Wahn in Kirchenliedern.

Die Bibel hat für seinen Glauben seit Kindertagen ein große Bedeutung. Er lese „häufig sogar“ in ihr. Als Kind habe er die Geschichten des Alten Testaments „sehr geliebt“, insbesondere Jona und der Wal oder Jakob und seine Söhne und die Flucht von Mose aus Ägypten.

„Später habe ich aber gesehen, dass die eigentliche Kraft der Bibel im Neuen Testament liegt, in den Worten Jesu.“

Auf die Frage, warum er in seiner Biografie ein Bild von seiner Taufe aufführt und er dieses Ereignis explizit erwähne, antwortet Bastian Sick:

„Getauft zu sein bedeutet mir etwas, das ist mir wichtig. Und Mitglied der Kirche zu sein – inzwischen wieder, ich war es auch mal eine Zeitlang nicht.“

In seiner jugendlichen Sturm- und Drangzeit sei ihm die Kirche zu konservativ vorgekommen, weshalb er ausgetreten sei:

„Dort fand ich nicht mehr die Antworten auf die Fragen meines Lebens.“

Er habe seine Sexualität und das Lotterleben eines Studenten entdeckt, wo nicht viel Platz für die Kirche blieb. Und weiter sagt er:

„Als ich älter geworden bin, habe ich festgestellt, dass die Kirche aus Menschen besteht. Viele Menschen, die ich mag, gehen in die Kirche und sprechen darüber. Das hat mich dazu gebracht, mich wieder mehr damit zu beschäftigen.

Als er das Patenamt einer seiner Nichten antreten sollte, habe er sich sehr darüber gefreut. Das sei dann für ihn der Anlass gewesen, wieder in die evangelische Kirche einzutreten.

Schon als Kind sang Bastian Sick im Kirchenchor. Auch heute berühren ihn Kirchenlieder wie „Großer Gott wir loben dich“ oder „O du fröhliche“ ganz besonders. Bezugnehmend auf diese beiden Lieder sagt er u. a.:

„Wenn unsere Chorleiterin, die auch unsere Organistin war, in der letzten Strophe alle Register der Orgel zog und es dann wirklich vibrierte und alle aufstanden, hatte ich Tränen in den Augen. Nicht nur bei diesem Lied, sondern auch bei „O du fröhliche“. Das war unwahrscheinlich schön.“

Was ihn stört, ist die Veränderung von Kirchenlieder sowohl musikalisch als auch textlich. Dass manche Textzeilen umformuliert wurden, indem weibliche Formen aufgenommen wurden, zum Teil zulasten des Reimes oder der Grammatik, findet Bastian Sick „bedenklich“. Gerade wenn man „aus politischen Gründen Sprache manipuliert und auch Kunst dadurch verändert.“ Er sei „hundertprozentig für die Gleichstellung von Frauen“ und plädiert für den gleichen Verdienst bei gleichwertiger Tätigkeit und Position.

„Aber dieses zwanghafte ‚Wir müssen überall die weiblichen Formen einführen’… Wir dürfen nicht mehr von Studenten reden, weil damit die Studentinnen angeblich unterschlagen werden. Das stimmt nicht. Das grammatische Geschlecht ist nicht gleichbedeutend mit dem natürlichen, biologischen Geschlecht. Nehmen Sie das Wort „die Person“. Das ist weiblich. Sind Männer keine Personen? Das ist vollkommener Quatsch. Da ist die Sprache zum Instrument der Politik gemacht worden. Immer, wenn das passiert, werde ich äußerst skeptisch.“

Damit die Kirche auch heute wieder mehr Gehör findet, rät Bastian Sick dazu, sich auf die Traditionen zu besinnen und „nicht jeden modischen Quatsch“ mitzumachen. Natürlich müsse sich die Kirche auch anpassen und verschiedene Strömungen des Zeitgeistes „unter ihr Dach bringen“. Dennoch betont der 52-jährige:

„Aber man sollte das Eigentliche nicht aus den Augen verlieren. Die Kirche sollte sich immer auf das besinnen, wozu sie mal ins Leben gerufen wurde: Menschen zusammenzuführen, um das Wort Gottes zu verkünden, zu predigen, zu singen, und die Kraft des Glaubens zu beschwören als etwas Heilendes, etwas Wohltuendes, damit man getröstet und gestärkt wieder aus der Kirche nach Hause geht.“

Das komplette Interview gibt’s unter pro-medienmagazin.de

Er ist der bekannteste Mönch Deutschlands. Millionen Leser vertrauen auf die Lebensweisheit des Benediktinermönchs Anselm Grün. Im Gespräch mit Christine Kloth von der Saarbrücker Zeitung erklärt Grün u. a., warum das Zölibat viele Priester überfordert, warum aus seiner Sicht keine theologischen Gründe gegen die Priesterweihe der Frau sprechen und warum er den Begriff Ehe nicht für homosexuelle Beziehungen verwenden würde.

Die heute leeren Kirchenbänke führt Anselm Grün zum einen darauf zurück, dass die Kirche „früher und zum teil auch heute noch“ zu sehr moralisiert habe und den Menschen ein schlechtes Gewissen vermittelt habe, wohingegen sich viele heute wehren. Zum anderen habe die Kirche

„zu wenig die frohe Botschaft verkündet, also gezeigt, wie der Glaube helfen kann, mit den Ängsten und Problemen des Lebens fertig zu werden“.

Ein weiteren Grund sieht er aber auch darin, „dass sich Menschen heute schwer tun mit Regelmäßigkeit, mit dem sich in die Kirche einbinden lassen“. Wichtig sei es auf die Sehnsüchte der Menschen zu hören und diese anzusprechen.

Auf die Frage, wie er das Thema „Priesterweihe der Frau“ sieht, antwortet Grün u. a.:

„Es gibt keine theologischen Gründe gegen die Priesterweihe der Frau, das ist mehr ein geschichtliches Thema, das nicht von heute auf morgen gelöst werden kann.“

Dies sei ein Schritt, der nicht in den nächsten 10 Jahren passieren werde und den man wachsen lassen müsse. Wenn der Papst dies von heute auf morgen einführen würde, wären Konflikte innerhalb der Kirche die Konsequenz. Deshalb müsse man hier „behutsam umgehen“, damit es keine Machtfrage werde, sondern breite Akzeptanz erfahren kann. Ein erster Schritt wäre die Diakoninnen-Weihe der Frau. Weiter betont Grün:

„Und ich denke, die Kirche muss aufpassen, dass sie nicht den Reichtum der Frauen verliert.“

Seine Meinung zum Zölibat:

„Die Ehelosigkeit ist ein hohes Gut – und für viele Priester auch eine Unterstützung, um gute Priester zu sein. Aber das Priestertum muss nicht an das Zölibat gebunden sein. Es ist schade, dass Priester ihr Amt aufgeben müssen, weil sie in eine Frau verliebt sind und sie heiraten wollen. In einer Gemeinschaft von Mönchen, in der ich lebe, ist es klar, dass man da ehelos lebt, aber für den Weltpriester wären beide Möglichkeiten sinnvoll. Und dann wäre es für die Kirche sicher auch ein Gewinn.“

Es gehe bei dieser Frage auch nicht um Zeitgemäßheit, denn:

„Das Zölibat gab es nicht von Anfang an, es gehört für mich nicht zum Wesen der Kirche.“

Es sei „eine gute Weise“ und könne „eine Herausforderung für Spiritualität sein“, so Grün weiter. Er gibt aber auch zu bedenken, dass sich die sozialen Bedingungen heute gewandelt haben. Früher habe der Pfarrer „in einer Art Gemeinschaft mit anderen in einem Haus gewohnt“. Dagegen würden heute viele Pfarrer ganz alleine wohnen, womit überfordert seien. Weiter sei das Zölibat in Afrika „einfach nicht angemessen, weil es zu wenig gelebt wird“.

Nach seiner Meinung zur „Ehe für alle“ gefragt, antwortet Grün:

„Ich bin dafür, dass Homosexuelle in einer gleichberechtigten Partnerschaft und Freundschaft leben, aber den Begriff Ehe würde ich dafür nicht benutzen.“

Nach dem Warum gefragt, sagt er:

„Weil Ehe von der Tradition her für die Verbindung von Mann und Frau steht und für die Familie. Man kann nicht alles gleichsetzen.“

Auf das Thema „christliche Werte“ angesprochen, auf die zur Zeit in Politik und Medien immer öfter verwiesen wird, betont Anselm Grün:

„Die klassischen Werte der Philosophie sind Gerechtigkeit, Tapferkeit, Maß und Klugheit. Die christlichen Werte sind Glaube, Hoffnung, Liebe. Glaube an den guten Kern im Menschen und Hoffnung, das ist für mich ganz wichtig.“

Und weiter:

„Politik muss Hoffnung vermitteln. Hoffnung auf Versöhnung, Hoffnung auf Gerechtigkeit, auf eine gute Zukunft. Hoffnung heißt nicht Zweckoptimismus, sondern Hoffnung für die Menschen.“

Das komplette Interview gibt’s unter saarbruecker-zeitung.de

Nach einem Porträt von Papst Benedikt XVI. und einem Barmherzigen Jesus malt Michael Triegel erneut ein kirchliches Motiv. Diesmal ist es für den Hochaltar einer fränkischen Kirche bestimmt. Triegels Bild zeigt Maria und Josef mit dem Christuskind im Stall. Mehr dazu unter katholisch.de

Die Beschäftigung mit der Religion bewirkte etwas in Michael Triegel, der sich im Jahr 2012 noch als Atheist bezeichnete. Dazu sagte er u. a.:

„Wenn man sich über 30 Jahre mit dem Wahren, Guten, Schönen und eben auch mit Religion beschäftigt, kann das nicht ohne Folgen bleiben.“

Und weiter:

„Ich ahnte, dass es gut sein muss, nicht alles selbst in der Hand zu haben, nicht alles selber zu bestimmen. Ich wollte, dass etwas über mir ist. Daher fing ich einst an, biblische Motive zu zeichnen.“

Seit 2004 malt Michael Triegel sowohl für die katholische und evangelische Kirche. 2010 porträtierte er Papst Benedikt XVI. Die Lektüre von dessen Bücher bezeichnete der heute 49-jährige als „Knackpunkt“, den Weg des Glaubens weiter zu gehen.

„Meine Ratio stand meinem Glauben lange im Weg. (…) Benedikts Schriften waren wichtig, seine Theorie, dass sich Glaube und Vernunft nicht widersprechen müssen. Für mich war das der Knackpunkt. Ich brauchte Priester, die mir sagen: Die Zweifel, die du hast, die kennen doch wir Katholiken auch.“

In der Osternacht 2014 ließ sich Michael Triegel katholisch taufen. Wenige Jahre vorher hat er sich noch als Atheisten bezeichnet. Noch im September 2012 titelte die SZ über Michael Triegel: ‚Gott, wie lässig! Ein Atheist aus Leipzig ist einer der wichtigsten Kirchenmaler im Land.‘ Triegel sagte in dieser Zeit über sich selbst: „Ich bin nach wie vor das ungetaufte Heidenkind. Ich male meine Zweifel und meine Sehnsüchte. Die Auftraggeber, die mich für diese Altarbilder haben wollten, wollten diese Zweifel und Sehnsüchte gemalt haben. (…) Ich habe eine ungeheure Sehnsucht, ich hätte gern einen Glauben.“

Über seine Entscheidung sich Ostern 2014 taufen zu lassen, sagte er damals:

„Ich habe jahrelang mit mir gerungen – auf der Suche nach dem Glauben. Jetzt fand ich ihn. Ich wartete auch auf ein spektakuläres Erweckungserlebnis. Doch es ist einigermaßen banal (gekommen).“

Der Jesuitenpater der kath. Studentengemeinde in Leipzig habe ihn gefragt, ob er an Exerzitien teilnehmen wolle. Dem stimmte er spontan zu.

„Der Plan sah vor, 30 Tage lang intensiv ausgewählte Texte der Bibel zu studieren und zu meditieren. Das hat mich gepackt. Auch wenn das jetzt pathetisch klingt: Ich habe gemerkt, wie mir der Glaube vom Kopf ins Herz gerutscht ist. Das war auch ein Erweckungserlebnis, nur eben nicht so, wie ich es mir erwartet hatte. Ich habe dann beschlossen, dass ich so weit bin, dass ich getauft werden möchte.“

Quellen: bild.de, zeit.de, welt.de, katholisch.de und christundwelt.de

Der Arzt und Theologe Manfred Lütz hat ein Buch mit dem Titel „Der Skandal der Skandale – Die geheime Geschichte des Christentums“ zur Geschichte des Christentums und der Kirche vorgelegt, das den Stand der Wissenschaft widergibt und damit überrascht, weil so manche vermeintliche Gewissheiten (Vorurteile) bei genauerer Betrachtung der historischen Fakten überraschenden Neubewertungen weichen müssen – auch beim Autor selbst. Im Interview mit der Westdeutschen Zeitung sprach er über die neuen Erkenntnisse.

Manfred Lütz ist überzeugt:

„Das Christentum ist die unbekannteste Religion der westlichen Welt.“

Der Psychiater, Theologe und Bestsellerautor begründet den Satz damit, dass die kursierenden Informationen über das Christentum „grotesk falsch“ seien und die Religion dadurch nachhaltig erschüttert und unglaubwürdig gemacht hätten.

„Es ist eigentlich peinlich, dass zwar viele Menschen in Deutschland vom christlichen Menschenbild und vom christlichen Abendland reden, aber kaum einer weiß, was das wirklich ist“,

so Lütz gegenüber der Westdeutschen Zeitung. Die Christen selbst würden sich für ihre eigene Geschichte schämen, ohne sie zu kennen. Dies sei der Grund, warum er nun „mein wichtigstes Buch“ geschrieben habe, indem nun „alle so genannten Skandale der Christentumsgeschichte auf dem heutigen Stand der Wissenschaft vorkommen“. Führende deutsche Historiker hätten nach der Lektüre die Richtigkeit bestätigt. Überrascht war Lütz selbst über den Umstand, dass die Hexenverfolgung von der weltlichen Justiz durchgeführt worden sind und von Kirchenleuten beendet wurden und die Opfer der Inquisition weit geringer waren als er angenommen hatte. Er ging von Millionen Opfer der Inquisition aus, tatsächlich fielen der spanischen Inquisition in 160 Jahren  826 Menschen zum Opfer.

Auf die Frage, welche anderen Wissenslücken bei ihm mit der wissenschaftlichen Beschäftigung der Geschichte des Christentums geschlossen wurden, antwortet Lütz:

„Dass Toleranz eine christliche Erfindung ist, wusste ich auch nicht.“

Im Lateinischen habe das Lasten tragen bedeutet, wohingegen die Christen den Fokus darauf setzten, Menschen anderer Meinung zu ertragen.

„Auch Mitleid ist eine christliche Erfindung“,

so Lütz weiter, denn erst durch das Christentum hätte der Wert des Mitleids Einzug erhalten, während die Heiden damals kein Mitleid gehabt hätten und z.B. einen Behinderten als von den Göttern bestraft angesehen haben. Darüberhinaus sei die Internationalität dem Christentum zuzuschreiben. Dazu sagt der 63-jährige:

„Und besonders aktuell: Die Internationalität ist eine christliche Erfindung. Für die Christen waren alle Menschen und alle Völker vor Gott gleich. Das hat das Reich Karls des Großen so stark gemacht, weil sich die germanischen Völker nach der Christianisierung nicht mehr gegenseitig den Schädel eingeschlagen haben.“

Explizit betont Lütz:

„Es geht nicht darum, die Kirche oder die Christen zu verteidigen, sondern nüchtern festzustellen, was war.“

Manfred Lütz ist der Meinung, dass „eigentlich jeder Christ“ dieses Buch lesen sollte sowie auch Atheisten, „damit sie verstehen, woher sie kommen, was die Grundlagen unserer Gesellschaft sind“. Das Bild des Christentums sei in vielen Köpfen immer noch geprägt von Märchen, die gegen die Christen erfunden wurden. Es gehe ihm um Aufklärung und Allgemeinbildung über die Fundamente unserer Gesellschaft.

Er hofft, dass sein Buch zu lebendigen Debatten führt, denn:

„So gut wie alle Parteien sprechen über ‚christliche Werte‘, jeder beansprucht dabei das Christentum einfach für sich. Aber was das Christentum wirklich ist, das kann man daran sehen, wie es war, wie es wirklich war.“

Das komplette Interview gibt’s unter wz.de

 

Einen weiteren Artikel dazu von Manfred Lütz mit dem Titel „Die Religion, die niemand kennt“ gibt’s unter welt.de

 

Manfred Lütz studierte Medizin, Philosophie und katholische Theologie in Bonn und Rom. 1979 erlangte er seine Approbation als Arzt, 1982 sein Diplom als Theologe. Lütz ist Facharzt für Nervenheilkunde, Psychiatrie und Psychotherapie. Seit 1997 ist er Chefarzt des Alexianer-Krankenhauses in Köln-Porz, eines Fachkrankenhauses für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie.

Der Umgang mit toten Menschen ist sein Beruf. Auch in seinen Krimis und Thrillern ist der Tod allgegenwärtig. Im Gespräch mit dem Magazin stadtgottes der Steyler Missionare sprach Prof. Michael Tsokos, der das Institut für Rechtsmedizin an der Berliner Charitét leitet, über den Tod und den Umgang damit. Seine Thriller und Sachbücher über spektakuläre Fälle aus seinem Arbeitsalltag sind allesamt Bestseller.

Auf die Frage, warum viele Menschen seine Krimis und Thriller mögen, antwortet Michael Tsokos:

„Obwohl wir den Tod aus unserem eigenen Leben gerne ausklammern, übt er eine besondere Faszination auf uns aus. Wir schauen gerne voyeuristisch bei anderen über den Tellerrand.“

Er selbst fürchtet sich vor „einem gewaltsamen Tod oder einem Siechtum, wie ein langes, schweres Krebsleiden“. An einen allmächtigen Gott glaubt er mit Blick auf sein Gottesbild aus Kindertagen nicht:

„Als Kind habe ich gelernt, dass alles von Gott gelenkt wird. Alles ist sein Wille, alles hat einen göttlichen Sinn. Mit jedem zu Tode gequälten Kind auf meinem Tisch machte Gottes Wille weniger Sinn für mich.“

Auf die anschließende Frage, woran er glaubt, antwortet Tsokos:

„Ich glaube, dass jeder für sein Leben selbst verantwortlich ist, man sich für Schwächere einsetzen sollte.“

Die Weitergabe der christlichen Werte sei für ihn von Bedeutung, aber er glaube nicht an die Allmacht Gottes, so der 5-fache Familienvater.

Den Tod eines nahestehenden Menschen ist für ihn „ein riesiger Verlust, der mich sehr trifft, da ich das Gefühl habe, wir hatten noch nicht die Zeit zusammen, die wir gebraucht hätten“.

Das komplette Interview gibt’s unter stadtgottes.de

Gottes Existenz ist logisch, meint der israelische Rabbi Mosche Ratt, der gerade ein Buch mit dem Titel „Einfach leben“ veröffentlicht hat. Im Interview mit dem christlichen Medienmagazin Pro erklärt er, warum er den Glauben für rational hält und logischer als den Atheismus.

Auf die Frage, warum seiner Meinung nach der Glaube an Gott einfach sei, antwortet der jüdische Gelehrte:

„Einfach glauben, weil der Glaube ein untrennbarer Bestandteil der menschlichen Existenz ist. Jeder glaubt an etwas.“

Deshalb sei die Frage nur, an was man glauben solle und welche Glaubensrichtungen einem sinnvoller erscheine als andere. Mit seinem Buch will er aufzeigen,

„dass der religiöse Glaube vernünftiger, logischer und erfolgreicher ist als der atheistisch-materialistische.“

Da sich Atheisten oft rühmen, besonders rational zu sein, stelle sich die Frage, ob Glaube und Rationalität zusammenpassen, so der Interviewer. Das ist für Mosche Ratt gar keine Frage. Denn dies wäre „auf jeden fall“ so. Rationalität bedeute, „alle Faktoren in Betracht zu ziehen“. Wenn man dies tue, stelle sich heraus, dass der Glaube ein „wesentlicher Bestandteil des menschlichen Bewusstseins“ sei und man ihn schon allein deshalb nicht ignorieren könne. Weiter führt er aus:

„Die Atheisten hingegen sind nicht zwangsläufig rational, sie schließen sich lediglich einem engen Weltbild an, das nur den empirischen Raum enthält, und leugnen alles, was nicht in den Lichtkreis der Wissenschaft fällt.“

Darin liege seiner Ansicht nach nichts besonders Rationales. Im Gegenteil würde die Logik darauf hindeuten, dass die Wirklichkeit viel umfassender ist als „das, was uns im Augenblick bekannt ist“.

Nach seinem persönlichen Glauben gefragt, antwortet Mosche Ratt:

„Als Jude glaube ich an den Ewigen, den Gott Israels, und an die Grundsätze des jüdischen Glaubens: Tora, die vom Himmel kommt, Lohn und Strafe für die Taten der Menschen, die kommende Welt und ähnliches.“

Weiter sagt er:

„Ebenso glaube ich, dass die Wirklichkeit, die wir mit den Sinnen erfassen, nur ein kleiner Teil von dem ist, was wirklich existiert, und dass es noch viele andere Welten, Dimensionen und Existenzebenen gibt.“

Auch wenn manche Atheisten religiöse Menschen oft von oben herab behandeln würden, indem sie mit Totschlagargumenten behaupten, dass diese an einen „Fantasiefreund“ glauben würden oder Gott „mit dem Fliegenden Spaghettimonster“ und ähnlichem vergleichen würden, sehe er im Atheismus vor allem eines:

„Ich denke in der Tat, dass Atheismus eine Art Verschließen gegenüber der Wirklichkeit ist, und eine Unfähigkeit, das Göttliche zu empfinden.“

Thomas Nagel, ein bekannter atheistischer Philosoph, sehe das ähnlich, wenn er sagt, dass ihm der „sensus divinatis“ fehle, der es Gläubigen ermöglicht, die Wirklichkeit Gottes zu empfinden, die in der Welt zum Vorschein kommt. Dazu ergänzt Mosche Ratt:

„Atheisten mögen es zwar nicht, wenn man ihnen solche Dinge sagt, aber es ist die Wahrheit.“

Mit der Aussage des britischen Mathematikers John Lennox konfrontiert,  der vor einigen Jahren sagte, dass der Biologe und streitende Atheist Richard Dawkins seiner Ansicht nach die Atheisten in ihrem Glauben stärken wolle, äußert Mosche Ratt:

„Ich denke, dass das stimmt. Atheismus ist definitiv eine Art Glaube, an dem festzuhalten nicht leicht ist. Deshalb investieren Leute wie Dawkins und seine Kollegen viele Anstrengungen, um Menschen zu überzeugen, an diesem Glauben festzuhalten.“

Auf die Frage, was das seiner Ansicht nach am meisten einleuchtende Argument ist, dass es einen Gott gibt, antwortet der jüdische Theologe:

„Ich denke, dass eine einfache Betrachtung der Wirklichkeit davon zeugt, dass dahinter ein verstandesmäßiger Wille steckt. Die Erscheinung des Universums, des Lebens, des Menschen, des Bewusstseins, die Entwicklung der Menschheit selbst – all das sind Stufen in einem Prozess, in dem die Wirklichkeit immer komplizierter, vollkommener und wunderbarer wird. Das ist genau das, was zu einer theistischen Weltauffassung passt und nicht mit dem materialistischen Bild zusammenpasst, nach dem alles durch Zufall entstanden ist.“

Quelle: pro-medienmagazin.de

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